Grazer Forscher legte bei Prozess holpriges Geständnis ab

Graz (APA) - Ein ehemaliger Professor der Medizinischen Universität Graz hat am Donnerstag beim Prozess im Straflandesgericht ein holpriges ...

Graz (APA) - Ein ehemaliger Professor der Medizinischen Universität Graz hat am Donnerstag beim Prozess im Straflandesgericht ein holpriges Geständnis abgelegt. Der Forscher benötigte dafür zwei Anläufe. Zeugen hatten ausgesagt, dass sie abgesehen von ihrem Gehalt keine zusätzlichen Barzahlungen vom Beschuldigten erhalten hatten. Das hatte der Angeklagte jedoch am Tag zuvor als Erklärung in den Raum gestellt.

Der Mediziner muss sich seit Mittwoch wegen gewerbsmäßig schweren Betrugs vor einem Schöffengericht verantworten. Es geht um veruntreute Fördergelder für Forschungsprojekte sowie gefälschte Aktien im Wert von vermeintlich mehr als einer Million Euro. Am ersten Prozesstag hatte sich der Arzt nur teilweise geständig verantwortet. Zu Beginn des zweiten Tages versuchte er, sein Geständnis auszuweiten: „Es war mir nicht bewusst, dass es strafrechtlich plötzlich ganz anders ist. Wenn ich gewusst hätte, dass es Privatkonten sind, hätte ich es nie gemacht und sie eröffnet. Das war ein schwerer Fehler von mir.“

Richterin Julia Riffl meinte daraufhin: „Da sind wir aber noch weit weg von einem Geständnis.“ Sie lud mehrere ärztliche Kollegen des Beschuldigten in den Zeugenstand. Zwei von ihnen waren gekommen und erklärten, dass sie mehrere Studien mit dem Professor durchgeführt hatten. Beide erklärten, abgesehen von ihrem Gehalt keine zusätzlichen finanziellen Leistungen von der Med Uni oder vom Angeklagten bekommen zu haben.

Nach einer Pause setzte der Beschuldigte - offenbar nach einem weiteren Gespräch mit seinem Verteidiger Harald Christandl - erneut zum Geständnis an: Er habe Fakten verdrängt und sei sich nicht bewusst gewesen, was er tat: „Aus strafrechtlicher Sicht bereue ich es. Ich bekenne mich schuldig.“ Wie das Gericht dieses Geständnis letztlich bewerten wird, blieb vorerst offen. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt. Außerdem wurde der 29. Juni als weiterer Verhandlungstermin fixiert. An diesem Tag könnte ein Urteil fallen.