Marion Wex zur Bucher Bürgermeisterin gewählt
Bürgermeisterneuwahl im Gemeinderat: Die Polizistin Marion Wex von der Oppositionsliste „Für Buch“ übernimmt den Bürgermeistersessel in Buch. Am meisten überrascht davon ist sie selbst.
Von Angela Dähling
Buch i. T. – Mit 13 Jastimmen (bei zwei ungültigen Stimmen) wurde die gebürtige Außerfernerin Marion Wex Mittwochabend vom Bucher Gemeinderat zur neuen Bürgermeisterin der rund 2500 Einwohner zählenden Inntalgemeinde gewählt. 44 Zuseher verfolgten die öffentliche Gemeinderatssitzung, die nur 30 Minuten dauerte.
Weil die 15 Mandatare hintereinander ihre Wahlzettel in der eigens aufgestellten Wahlkabine für die einzige Kandidatin ausfüllten, nahm der Wahlvorgang die längste Zeit davon in Anspruch. Der wegen umstrittener Grundstückskäufe zurückgetretene Bürgermeister Otto Mauracher (er ist weiterhin Gemeinderat) war nicht anwesend. Er hatte sich vertreten lassen. „Ich übergebe dir eine top aufgestellte Gemeinde. Schau, dass wieder Ruhe einkehrt“, sagte Maurachers Listenkollege und Schwager VBM Walter Wallner (Freie Bürgerliste), als er den Bürgermeistersessel an die frischgebackene Bürgermeisterin der oppositionellen „Für Buch“-Liste übergab. „Eine ungewohnte Perspektive“, meinte Wex, als sie dort Platz nahm. Sie wolle nicht zurückschauen und einen offenen und ehrlichen Umgang im Gemeinderat pflegen und dort auf objektive und sachliche Diskussionen setzen, sagte Wex. Und dass sie sich, wenn ihr jemand vor 20 Jahren, als sie nach Buch gezogen war, gesagt hätte, sie werde dort mal Bürgermeisterin, gedacht hätte: „Der muss einen Vogel haben.“ Danach lud sie die Anwesenden ins nahe Gasthaus auf einen Umtrunk ein.
Die TT sprach mit Marion Wex, die neben Monika Wechselberger in Mayrhofen die zweite Bürgermeisterin im Bezirk Schwaz ist.
Warum haben Sie Ihre Kandidatur nicht fristgerecht eingebracht, um das Volk wählen zu lassen?
Marion Wex: Der Verwaltungsaufwand bei nur einem Kandidaten stand nicht dafür, dass nachher dasselbe Ergebnis herausgekommen wäre. Es hätte 15 Wahlhelfer, darunter etliche Freiwillige gebraucht und ich habe niemanden gefunden, der sagte, er hätte sich gefreut, zur Wahl gehen zu dürfen.
Sie sagten nach der Wahl durch den Gemeinderat, dass Sie nicht damit gerechnet hätten, es im ersten Wahlgang zu schaffen. Wieso?
Wex: Ich habe nicht mit so viel Zustimmung von der anderen Fraktion gerechnet. Acht Stimmen hätten ja gereicht für den Wahlsieg. Es freut mich irrsinnig, dass mir so viele von der anderen Fraktion, die ja die Mehrheit im Gemeinderat bildet, ihr Vertrauen ausgesprochen haben.
Hat Ihnen Ihr Vorgänger Otto Mauracher schon gratuliert?
Wex: Ich weiß es nicht. Ich habe zwölf Anrufe in Abwesenheit am Handy. Vielleicht ist er dabei.
Wie hoch schätzen Sie die tatsächliche Unterstützung durch die andere Fraktion in der künftigen gemeindepolitischen Arbeit ein?
Wex: Ich gehe mal davon aus, dass sie mich unterstützen und wir durch offene und sachliche Diskussionen weiterkommen. Ich hoffe auf eine neue Art der Zusammenarbeit, in der wir miteinander was weiterbringen.
Welche wichtigen Projekte stehen an?
Wex: Da gibt es viele, zumal viel liegengeblieben ist. Ich muss mir erst mal einen Überblick über alles verschaffen. Bitte lasst mir ein bisschen Zeit.