Holzindustrie sucht hof-ferne Waldbesitzer
Wien (APA) - Die Holzindustrie sucht Waldbesitzer, die fernab von ihrem Grund leben und sich daher nicht um den Wald kümmern. Sie sind einer...
Wien (APA) - Die Holzindustrie sucht Waldbesitzer, die fernab von ihrem Grund leben und sich daher nicht um den Wald kümmern. Sie sind einer der Hauptgründe, warum die Holzernte in Österreich nicht zulegt, obwohl der Wald in Österreich wächst, sagten die Spitzen des Fachverbandes Holzindustrie am Donnerstag in Wien in einer Pressekonferenz. Ein ganzes Maßnahmenbündel soll den Holzeinschlag „mobilisieren“.
Seit Jahren sinkt die Holzernte in Österreich, obwohl der Waldbestand wächst. Preisanstiege motivierten die Besitzer nicht, ihre Bäume zu verkaufen. Inzwischen lebe schon ein Viertel der Waldbesitzer nicht mehr am Hof - mit stark steigender Tendenz. Die dritte Generation wisse oft nicht mehr, wo der Wald steht. Allerdings sei nicht bekannt, welchen Anteil an der Waldfläche sie haben, dafür liegen keine Daten vor, erläuterten Erich Wiesner, Obmann des Fachverbandes der Holzindustrie sowie seine Stellvertreter Herbert Jöbstl und Erlfried Taurer.
2016 wurden nur mehr 16,8 Mio. Festmeter geschlagen. „Unabdingbar“ sei aber ein Einschlag von 22 Mio. Festmetern, also eine Steigerung um rund ein Drittel. Solche Werte wurden vor der Finanzkrise von 2008 erreicht. Der Holzverbrauch in Österreich steigt trotzdem seit 2010 wieder, was nur dank zunehmender Importe möglich ist. Allerdings kommt der Großteil der Einfuhren aus dem grenznahen Gebiet in Tschechien, Bayern und Slowenien. Lange Transportwege rentieren sich bei Holz in der Regel nicht.
Auch die Exporte der Holzindustrie legen zu, im Vorjahr gab es ein Plus von 4,4 Prozent. In Summe brachten die Exporte der Branche 5,2 Mrd. Euro, während die Importe 4 Mrd. Euro kosteten, die Branche macht also mehr als eine Mrd. Euro Handelsüberschuss.
Einen großen Anteil daran haben neu entwickelte Produkte, speziell das sogenannte „Brettsperrholz“, das sind Holztafeln aus zumindest drei über Kreuz aufeinanderliegenden Brettlagen. Mit diesem Material können auch höhere Gebäude errichtet werden - aktuell in Wien ein Gebäude mit 24 Geschossen. Das werde aber sicher nicht lange der Höchststand bleiben, sagte Wiesner. Bei diesem Material hat Österreichs Industrie derzeit noch einen Weltmarktanteil von zwei Dritteln. Erst seit zehn Jahren läuft die Massenproduktion, die jährliche Steigerung liegt bei 15 Prozent. Der Trend dürfte anhalten, dann sollten 2018 weltweit schon 1 Mio. Kubikmeter produziert werden.
Die Holzindustrie setzte auch sonst auf High-Tech Lösungen. So nimmt der Holzanteil bei Skiern wieder zu, sagte Taurer. Denn in hochwertigen Produkten, die gerade für den Skiverleih interessant sind, ist der Holzkern wichtiger. Helfen soll auch die Zusammenarbeit mit Universitäten und eine rege Forschungstätigkeit.
Insgesamt ist die Holzindustrie mit dem Jahr 2016 zufrieden. Der Produktionswert der 1.286 Betriebe mit knapp 25.000 Beschäftigten hat auf 7,44 Mrd. Euro zugelegt. Nach Produktionswert liege Österreich damit weltweit auf Rang acht. Die Exporte stiegen um 4,4 Prozent, wobei Italien (40 Prozent) vor Nahost/Afrika und Deutschland die wichtigsten Abnehmer sind. 9,2 Mio. Festmeter Rundholz und 15,3 Mio. Festmeter Rundholz wurden eingesetzt.
Das Eschensterben ist wirtschaftlich für die Holzindustrie nicht relevant, als helles Holz sei es nur als Ersatz für andere Baumarten in Verwendung. Das Eschensterben erinnere aber daran, wie wichtig Mischwälder sind, sagte Wiesner. Denn jede Baumart könne von einem Schädling betroffen sein.
Wenig will der Fachverband zur Holzindustrie Schweighofer sagen, der Umweltschützer illegale Rodungen in Rumänien vorwerfen. „Was stimmt und was nicht, entzieht sich unserer Kenntnis“, so Wiesner. Aber er ergänzte: „Ich gehe davon aus, dass die Firma Schweighofer alles tun wird, um die Dinge, die hier im Raum stehen, zu entkräften“. Insgesamt sei Schweighofer „ein vorbildliches Unternehmen“ und habe „große Verdienste um die Entwicklung der österreichische Sägeindustrie und Holzindustrie“.