Nach Kabul-Anschlag: Präsident will elf Terroristen hinrichten lassen

Kabul (APA/dpa) - Nach dem schweren Anschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul mit mindestens 90 Toten und rund 460 Verletzten will Präsi...

Kabul (APA/dpa) - Nach dem schweren Anschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul mit mindestens 90 Toten und rund 460 Verletzten will Präsident Ashraf Ghani elf Terroristen hinrichten lassen. Ein entsprechendes Dekret habe er am Donnerstag unterzeichnet, sagte eine Palastquelle, die nicht namentlich genannt werden wollte.

Der Sender Tolo TV berichtete, dass auf der Liste in afghanischen Gefängnissen sitzende Kämpfer der radikalislamischen Taliban sowie des mit den Taliban verbundenen Haqqani-Netzwerkes stünden. Der afghanische Geheimdienst NDS erklärte, der Anschlag vom Mittwoch sei vom Haqqani-Netzwerk geplant und mithilfe des pakistanischen Geheimdienstes ISI ausgeführt worden. Pakistan wies die Anschuldigung am Donnerstag zurück. Afghanistan wirft Pakistan seit Jahren vor, die Haqqanis und die Taliban zu unterstützen.

Das Hakkani-Netzwek ist eine besonders brutale afghanische Aufständischengruppe, die eng mit den radikalislamischen Taliban zusammenarbeitet. Die Taliban sagten, sie seien an dem Anschlag nicht beteiligt gewesen. Sie hatten in der Vergangenheit nach Hinrichtungen ihrer Kämpfer Racheanschläge verübt. Zuletzt waren im Mai 2016 sechs Mitglieder der Taliban und der Haqqani-Terrorgruppe gehängt worden.