Tennis: Thiem nach starkem Training mit gutem Gefühl in dritte Runde
Paris (APA) - In einem einstündigen Training mit einem französischen Sparringpartner hat Dominic Thiem am Donnerstag in Paris einen starken ...
Paris (APA) - In einem einstündigen Training mit einem französischen Sparringpartner hat Dominic Thiem am Donnerstag in Paris einen starken Eindruck hinterlassen. Der 23-jährige Weltranglisten-Siebente wirkte am Tag vor seinem Drittrundenmatch bei den French Open gegen Steve Johnson (USA-25) nahe an seiner Topform.
Bei prächtigem Wetter in der Jean-Bouin-Trainingsanlage standen dann auch einige Interviews, u.a. auch mit Boris Becker als Eurosport-Experten auf dem Programm. Erst am Vortag hatte Thiem CNN mit deren Experten Pat Cash Rede und Antwort gestanden. Ob das für ihn noch etwas Besonderes ist? „Sicher, das sind absolute Legenden des Tennissports und auch Supertypen. Es macht sehr viel Spaß mit denen Interviews zu führen“, erklärte Thiem und fügte zur kleinen Schar der österreichischen Journalisten lächelnd hinzu, „mit euch natürlich auch“.
Eine andere Legende hat ihm sein Fitness-Coach Alex Stober vorgestellt. Andre Agassi ist ja zumindest einmal für kurze Zeit Coach von Novak Djokovic. „Mich hat‘s gefreut, weil er früher einer meiner Lieblingsspieler war. Ich habe ihn kennengelernt, was ein Highlight für mich war“, erzählte Thiem. An der Tatsache, dass Djokovic die US-Legende verpflichtet hat, sehe man, dass Djokovic „wieder richtig Lust hat“.
Für ihn selbst wäre für eine spätere Karrierephase das Hinzuziehen eines Weltstars kein Thema. „Nein, auf keinen Fall. Solange der Günter (Bresnik) das machen will, solange er mich aushaltet, sehe ich da keine andere Option“, stellte Thiem auf APA-Nachfrage klar.
Neue Optionen brachte dem Madrid-Finalisten aber die Umstellung Anfang 2015 seines Schlägers von Head auf Babolat. Da hat Thiem auch die Auswahl der Saite geändert, er spielt eine Darmsaite in der Längsrichtung bzw. eine Kunst-Saite in der Querrichtung: „Diese Umstellung war fast schwieriger, als die auf den Schläger. Das ist schon ein Riesenunterschied, aber im Endeffekt hat es sich ausgezahlt. Das Spielgefühl mit der Darmsaite ist doch viel natürlicher.“
Thiem bespannt fast durchgehend mit 25 Kilogramm, manchmal - wie in Madrid - 26. Trotz des enormen Dralls, den Thiem auf die Saite bringt, und auch der Wucht, reißen dem achtfachen Turniersieger sehr selten die Saiten. „Ich bin sicher einer der Top 3 Spieler mit den wenigsten Bespannungen in der Woche. Ich wechsle auch nie Schläger unter dem Match, erst wenn ich das Gefühl habe, der könnte bald reißen.“ Durch den Mix mit Darm werde die Bespannungshärte weit konstanter gehalten.
Thiem reist konstant mit sechs Schlägern durch die Welt, der Bespannservice bei den Turnieren ist ohnehin sehr rasch. In Sachen Dressen gibt es für die Spieler natürlich eine eigene Wäscherei. Thiem hat sein Roland-Garros-Set seiner Bekleidungsfirma „adidas“ ausgefasst und rund acht, neun Dressen bekommen. „Im Endeffekt benütze ich eh nur drei oder vier, die werden immer gewaschen.“ Von den anderen bekommt ein paar sein Bruder Moritz oder auch Freunde.
Für sein Drittrundenmatch gegen Johnson am Freitag sieht sich Thiem jedenfalls gerüstet: „Das war hier sicher mein bestes Training, ich gehe mit einem guten Gefühl ins Match.“ Natürlich ist auch dem Lichtenwörther die emotionale Story seines nächsten Gegners nicht verborgen geblieben. „Ja, das ist sehr tragisch. Er ist ein richtig netter Kerl auch, es tut mir extrem leid, aber dadurch kann man sich selbst natürlich nicht rausbringen lassen“, erklärte Thiem zum plötzlichen Tod des Vaters seines kommenden Gegners.