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Schäden durch Klima, Hacker und Drohnen

Robert Lasshofer (Generaldirektor Wiener Städtische)
© Thomas Böhm / TT

Die Wiener Städtische legt heuer bei den Prämien zu.

Innsbruck –Bundesweit sind die Prämien der Wiener Städtischen im Vorjahr um 2,4 Prozent auf 2,32 Mrd. Euro gesunken, in Tirol um 1,2 Prozent auf 136,2 Mio. Euro, betonten gestern Generaldirektor Robert Lasshofer und Tirols Landesdirektorin Ida Wander gegenüber der TT. Die Krankenversicherung und die Schaden/Unfall-Sparten legten zu, während die Lebensversicherung ein Minus verzeichnete. Grund sind laut Lasshofer die Tiefstzinsen, die zu einer Rücknahme vor allem der Einmalerläge (minus 40 Prozent, was die Lebens-Sparte um fast 10 Prozent sinken ließ) geführt haben.

Heuer sei man sehr schwungvoll gestartet, über alle Sparten lag bisher das Prämienplus bei 2 Prozent. Die Wiener Städtische hat in Tirol 110.000 Kunden und 120 Mitarbeiter, sagt Wander.

Die Wiener Städtische, die im Vorjahr ein Ergebnis von 271 Mio. Euro erzielte, ist in Österreich hinter der Uniqa die Nummer 2 am Markt, in Tirol hinter Uniqa und der Generali die Nummer 3. In der Gruppe mit Donau Versicherung und S-Versicherung liege man laut Lasshofer aber auf dem ersten und in Tirol (mit 243,4 Mio. Euro Prämien) auf dem zweiten Platz.

Bei der Veranlagung möchte die Wiener Städtische verstärkt auf Immobilien und Infrastruktur setzen. „Wir investieren dort, wo auch die Prämien-Euros herkommen und nicht etwa in Autobahnen in Irland“, so Lasshofer. Beim Neubau der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt in Rotholz (Schulbetrieb ab 2020/21) fungiere man für die Kosten von 55 Mio. Euro gemeinsam mit der Donau Versicherung als Kreditgeber. „Wir würden uns mehr solche Projekte in Tirol wünschen.“

Lasshofer sieht das Vorsorgebewusstsein gerade auch der Jungen wegen der drohenden Pensionslücke sehr gestiegen, vielfach „ein Kampf gegen Windmühlen“ sei das Werben für den Abschluss von Pflegeversicherungen. Dieses Risiko, das durch die Lebenserwartung weiter ansteige, werde sehr oft unterschätzt. Tirol (hat zurzeit keinen Kinderregress) liegt bei den Abschlüssen vor dem Burgenland auf dem vorletzten Platz.

Kräftig ansteigend seien die Unwetterschäden, so Lasshofer. Die Auswirkungen des Klimawandels seien durch Wetterextreme klar feststellbar. Wegen neuer Bedrohungen und Risiken habe man das Produktangebot ausgeweitet: So gibt es wegen der explodierenden Cyber-Kriminalität (im Vorjahr plus ein Drittel auf 13.100 Anzeigen) Produkte für Firmen und Private. „Cyber Protest“ etwa sichere Datenverlust und -beschädigungen bis hin zu Betriebsunterbrechungen oder Reputationsschäden ab. Einen immer größeren Bedarf, die massiven Folgerisiken abzusichern, gibt es auch für die geschätzt bis zu 100.000 verkauften Drohnen in Österreich. Für alle Drohnen ab 250 Gramm wäre eine Versicherung (neben der Genehmigung durch die Austro-Control) Pflicht. (va)