Nach Bankraub in NÖ: In Polen inhaftiertes Duo als Täter ausgeforscht

St. Pölten (APA) - Nach einem Banküberfall im Juli des Vorjahres in St. Pölten haben Kriminalisten zwei in Polen inhaftierte Männer als Verd...

St. Pölten (APA) - Nach einem Banküberfall im Juli des Vorjahres in St. Pölten haben Kriminalisten zwei in Polen inhaftierte Männer als Verdächtige ausgeforscht. Das Duo soll die Tat während eines mehrtägigen Freigangs begangen haben. Die Männer im Alter von 31 und 46 Jahren zeigten sich „trotz erdrückender Beweis- und Spurenlage“ nicht geständig, teilte die NÖ Polizei am Donnerstag mit.

Die mit Schirmkappen und Sonnenbrillen maskierten Männer hatten am Vormittag des 12. Juli 2016 eine Angestellte und einen Kunden in der Bank im Stadtteil Unterradlberg mit ihren Pistolen bedroht. Während der 46-Jährige Banknoten aus der Kassenlade in einer Tasche verstaute, schlug sein Komplize im Kunden-Safe-Raum mit dem Pistolengriff auf einen 74-jährigen Kunden ein. Der Pensionist erlitt eine Platzwunde am Kopf und musste im Universitätsklinikum St. Pölten behandelt werden. Das Duo flüchtete mit einem dunkelgrünen Fahrzeug.

Für Hinweise zur Ergreifung der Täter wurden 2.000 Euro ausgelobt. Bei einer Tankstelle an der Donauufer Autobahn (A22) in Stockerau (Bezirk Korneuburg) wurden die Tatwaffen, Maskierung, Bekleidung und die polnischen Kennzeichen des Fluchtfahrzeuges in Müllbehältern gefunden und sichergestellt. In Folge wurde ein 46-jähriger Pole als Fahrzeughalter ausgeforscht, der laut Polizei wegen mehrfacher, bewaffneter Raubüberfälle in Deutschland und Polen zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt und inhaftiert worden war. Er soll bei einem seiner Haftfreigänge das spätere Fluchtauto gekauft haben.

Wie gemeinsam mit der polnischen Kriminalpolizei ermittelt wurde, hatte der 46-Jährige im Gefängnis lediglich zu einem Mithäftling intensiveren Kontakt. Der 31-jährige Pole sitzt den Angaben zufolge wegen Eigentums- und Suchtgiftdelikten in seinem Heimatland in Haft. Die beiden Beschuldigten werden nach der Verbüßung von mehrjährigen Freiheitsstrafen in Polen aufgrund von Festnahmeanordnungen der Staatsanwaltschaft St. Pölten nach Österreich ausgeliefert.