Putin nennt angebliche Russlandfeindlichkeit „kontraproduktiv“

St. Petersburg (APA/AFP/Reuters) - Der russische Präsident Wladimir Putin hat angebliche Russlandfeindlichkeit im Westen als „kontraprodukti...

St. Petersburg (APA/AFP/Reuters) - Der russische Präsident Wladimir Putin hat angebliche Russlandfeindlichkeit im Westen als „kontraproduktiv“ bezeichnet. Zugleich habe er die Hoffnung, dass diese Einstellung „nicht zu lange, nicht ewig anhält“, sagte Putin am Donnerstag in St. Petersburg bei einem vom Kreml ausgerichteten Internationalen Wirtschaftsforum.

„Russophobie“ sei „kontraproduktiv und schadet allen“, ergänzte der Präsident bei der Eröffnung der Veranstaltung, an der als Ehrengast der indische Premierminister Narendra Modi teilnahm. Die gegen sein Land gerichteten Maßnahmen, einschließlich wirtschaftlicher Sanktionen, hätten am Ende „keinen Effekt“ gehabt, erklärte Putin.

Die Beziehungen zwischen Russland und den westlichen Staaten haben sich wegen der völkerrechtswidrigen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Moskau 2014 und des russischen Vorgehens in der Ukraine stark verschlechtert. Auch Russlands Unterstützung für den syrischen Machthaber Bashar al-Assad und die prekäre Menschenrechtslage unter Putin sorgen für Spannungen. Wegen der Krim-Annexion verhängte der Westen Sanktionen.

Putin schloss indes Cyberangriffe „patriotischer“ Landsleute auf andere Länder nicht aus. Dies sei theoretisch möglich, sagte der Staatschef am Donnerstag. Die Hacker könnten von sich aus „einen eigenen Beitrag leisten, von dem sie glauben, dass es der gute Kampf gegen diejenigen ist, die schlecht über Russland reden“. Der russische Staat selbst sei jedoch in solche Aktivitäten nicht verwickelt und habe dies auch nicht vor. „Ganz im Gegenteil: Wir versuchen, das in unserem Land zu bekämpfen.“

Putin äußerte sich über das Thema, nachdem er auf einem Wirtschaftsforum in St. Petersburg von ausländischen Journalisten auf Vorwürfe angesprochen wurde, wonach die russische Regierung versuchen könnte, sich in die Bundestagswahl einzumischen. Auch sind die US-Geheimdienste überzeugt, dass die russische Führung mit Cyberattacken während des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfs im vergangenen Jahr versuchte, die Chancen des späteren Gewinners Donald Trump zu steigern.

Putin sagte, er sei überzeugt, dass Hacker Wahlkämpfe etwa in Europa oder Amerika nicht grundlegend ändern könnten. Er setzte Hacker mit künstlerischen Freigeistern gleich, die je nach Stimmung handelten. Cyberangriffe könnten zudem den Anschein erwecken, ihren Ursprung in Russland zu haben, obwohl dies nicht so sei.