Offshore-Beteiligung - Spanischer Korruptionsermittler zurückgetreten
Madrid/Panama-Stadt (APA/AFP) - Nach Kritik wegen seiner Anteile an einer Offshore-Firma ist der oberste spanische Korruptionsermittler Manu...
Madrid/Panama-Stadt (APA/AFP) - Nach Kritik wegen seiner Anteile an einer Offshore-Firma ist der oberste spanische Korruptionsermittler Manuel Moix, zurückgetreten. Generalstaatsanwalt Jose Manuel Maza erklärte am Donnerstag, Moix habe „aus persönlichen Gründen“ seinen Rücktritt eingereicht. Er sehe keinerlei Anlass für eine Absetzung, fügte Maza hinzu. Er habe Moix aber nicht von dessen Entschluss abbringen können.
Moix hatte eingeräumt, Anteile an einer im Steuerparadies Panama registrierten Firma zu besitzen. Die konservative Regierung von Mariano Rajoy hatte Moix im Februar zum Leiter der Anti-Korruptions-Staatsanwaltschaft ernannt. Die sozialistische Opposition sah darin den Versuch, unliebsame Ermittlungen gegen die Regierung zu verhindern. Auch einige Medien warfen Moix vor, Ermittlungen zu umgehen, welche die regierende Volkspartei (PP) belasten könnten. Die PP steht im Zentrum eines großen Korruptionsskandals. Vertreter der Partei sollen jahrelang Schmiergelder kassiert und Firmen dafür bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen bevorzugt haben.
Moix reagierte nun aber offenbar auf den zunehmenden öffentlichen Druck wegen einer Offshore-Firma. Die Online-Zeitung „Infolibre“ hatte am Montag berichtet, Moix besitze 25 Prozent einer von seinem Vater geerbten, in Panama registrierten Firma, bestehend aus einer Immobilie im Wert von mindestens einer halben Million Euro.
Moix sagte der Zeitung „El Mundo“, er habe erst nach dem Tod seines Vaters 2012 von der 1988 gegründeten Offshore-Firma erfahren. Er und seine drei Geschwister hätten die Immobilie zu gleichen Anteilen geerbt. „Ich habe keine Firma besessen, um im Ausland Geschäfte zu machen (...) und Steuern zu vermeiden“, sagte Moix. „Im Gegenteil“ habe er eine „inaktive Firma“ geerbt, die er dem spanischen Fiskus gemeldet habe. Vor einem Jahr war Spaniens Industrieminister José Manuel Soria wegen unwahrer Angaben über seine Verbindungen zu Offshore-Firmen zurückgetreten.