Mock-Ableben - Slowenien und Kroatien trauern um „großen Freund“

Ljubljana/Zagreb (APA) - In Slowenien und Kroatien trauert man anlässlich des Ablebens der langjährigen Außenminister Alois Mock (ÖVP) um ei...

Ljubljana/Zagreb (APA) - In Slowenien und Kroatien trauert man anlässlich des Ablebens der langjährigen Außenminister Alois Mock (ÖVP) um einen „großen Freund“ der beiden Länder. Gewürdigt wird insbesondere sein Beitrag in der Zeit, als sich die früheren Teilrepubliken 1991 von Jugoslawien unabhängig gemacht haben. Medien bezeichneten Mock als „einen der größten Verfechter der Unabhängigkeit“ Sloweniens und Kroatiens.

Der slowenische Außenminister Karel Erjavec würdigte Mock als einen „großen Freund Sloweniens und großen Europäer“. „Seine Unterstützung für Slowenien wird nie vergessen werden“, twitterte der Außenminister. Auch die christdemokratische Partei „Neues Slowenien“ (NSi) kondolierte über Twitter.

Der erste slowenische Außenminister Dimitrij Rupel erinnerte sich an die Hilfe, die Mock dem jungen Staat in der Zeit der Loslösung von Jugoslawien leistete. „Einen Freund erkennt man in der Not. Das gilt bestimmt für Alois Mock“, betonte Rupel zur Nachrichtenagentur STA. „Er hat uns geholfen, als die Anerkennung Sloweniens noch seht weit entfernt hat und als es darüber nicht einmal in der österreichischen Regierung einen Konsens gab“, so Rupel.

Mock sei der erste europäische Politiker gewesen, mit dem Rupel am Morgen nach dem Angriff der jugoslawischen Volksarmee an Slowenien gesprochen hat. „Seitdem hat er uns praktisch jeden Tag geholfen“, so der frühere Außenminister. Mock sorgte laut Rupel dafür, dass seine europäischen Kollegen über die Lage in Slowenien informiert wurden. Er habe außerdem Dokumente beschafft, damit das slowenische Regierungsflugzeug von Klagenfurt aus fliegen könnte, erkannte slowenische Reisepässe viel früher als alle anderen an und öffnete für Slowenien die Türen seines und anderen österreichische Ämter, erinnerte sich Rupel.

Rupel hatte Mock in einem früheren APA-Interview als „die gute Fee der slowenischen Außenpolitik“. „Alois Mock hat unermessliche Verdienste für Slowenien, für unsere Diplomatie und Eigenstaatlichkeit“, sagte der frühere slowenische Chefdiplomat damals. Im Jahr 1992 wurde Mock mit dem höchsten slowenischen Staatsorden ausgezeichnet.

„Danke für alles“, titelte das kroatische Nachrichtenportal „Priznajem“. In Medienberichten wurde Mock durchwegs als „größter Verfechter der kroatischen Unabhängigkeit bezeichnet“. Die staatliche Nachrichtenagentur Hina erinnerte daran, dass dem Ex-Außenminister zahlreiche Würdigungen in Kroatien zuteil wurden. So wurde er zum Ehrenbürger von Zagreb und Osijek ernannt, auf der Insel Brac wurde ihm zu Ehren ein Denkmal aufgestellt und die Küstenstadt Zadar benannte ihre Bücherei nach Mock.

~ WEB http://www.oevp.at ~ APA540 2017-06-01/18:00