Musik

Helenes Dekade der Superlative

Fünf Tage hintereinander eine ausverkaufte Wiener Stadthalle, das erwartet Helene-Fans im Februar 2018.
© Schuller

Die derzeit erfolgreichste Künstlerin Deutschlands hat sämtliche Rekorde gebrochen, und so, wie es derzeit aussieht, war das erst der Anfang.

Von Hubert Trenkwalder

Berlin –Helene Fischer live – gellendes Pfeifkonzert, Buhrufe, ist denn das die Möglichkeit? Ja, ist es. So geschehen beim deutschen Fußball-Pokalfinale in Berlin vergangene Woche. Also auch für Miss Perfect gibt es offensichtlich nicht nur die Bäume, die in den Himmel wachsen.

War ja auch eine Schnapsidee – vermutlich des Managements auf Anfrage des DFB –, vor 70.000 Fußballfans eine weitere „Atemlos-Hitmedley-Parade“ abzufeiern.

Aber Helene Fischer wird es verkraften. Denn viel wichtigere Zahlen fürs Karriere-Barometer kommen aus einer anderen Ecke. Das neue Album war ohnehin schon vergoldet, bevor es auf den Markt kam.

Nummer eins in den Charts, auch keine große Überraschung! Und die bevorstehende Tour 2017/2018, für die es großteils schon keine Karten mehr gibt, wird atemberaubend sein, natürlich in erster Linie für Schlagerfans.

Diesmal wird der singende und tanzende Superstar übrigens von einer Cirque-du-Soleil-angehauchten Show performancetechnisch unterstützt, als gäbe es auf Helenes Bühne nicht schon genug zu sehen.

Helene Fischer hat eine beispiellose musikalische Karriere hingelegt. Hochdotierte Werbeverträge gesellten sich in den vergangenen Jahren dazu. Und neuerdings polarisiert sie auch noch, ein wichtiges Attribut für einen Star in Deutschland.

Sie ist die Schnittmenge, auf die sich fast alle einigen können. Ihre herzliche Art, das pragmatische Wesen, ihre bodenständige Einstellung zum Leben – eigentlich unglamouröse Attribute – verleihen ihr nur noch zusätzlichen Glanz.

Umso größer war das Interesse nun an ihrem neuen Album, das ganz schlicht „Helene Fischer“ heißt. Ob dies nun der große musikalische Wurf ist, darüber sind sich die Kritiker nicht einig, aber wer hätte dem Song „Atemlos“ dieses Potential zugetraut?

Eines ist sicher: Wer die Wiener Stadthalle im Februar 2018 ganze fünfmal ausverkauft (es gibt nur mehr Restkarten) und eine Stadiontour durchs deutschsprachige Europa (Ernst-Happel-Stadion: 11.7.2018) zustande bringt, macht verdammt viel richtig.

Und an diesen Abenden gibt es garantiert kein Pfeifkonzert.