Bewaffnete greifen Hotelanlage in Manila an: Schüsse und Feuer
Mehrere Bewaffnete haben in der Nacht zu Freitag (Ortszeit) einen Hotelkomplex in der philippinischen Hauptstadt Manila gestürmt. Wie Zeugen berichten, hätten sie nicht auf die Hotelgäste gezielt. Angeblich soll der IS für den Angriff verantwortlich sein.
Manila - Mehrere Bewaffnete haben in der philippinischen Hauptstadt Manila in einem Hotelkomplex das Feuer eröffnet. Die Polizei sei in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) mit starken Kräften angerückt und habe das Gelände abgeriegelt, während Passanten flüchteten, berichteten lokale Medien. Es gebe Verletzte. Augenzeugen berichteten, mehrere Angreifer seien in dem Gebäude des Resorts World Manila.
Ein Augenzeuge sagte dem lokalen Radiosender DZMM, er habe einen der Bewaffneten mit schwarzer Gesichtsmaske bei einem Spielcasino gesehen. "Sie zielten nicht auf die Gäste. Wir konnten durch die Notausgänge flüchten", sagte der Augenzeuge. Die philippinische Polizei habe die Situation unter Kontrolle, teilte ein Armee-Sprecher mit. Ein Sprecher des Brandschutzbüros berichtete zudem von einem Feuer, das im zweiten Stock des Gebäudes ausgebrochen sei.
Die auf die Auswertung jihadistischer Propaganda spezialisierte Site Intelligence Group berichtete unter Berufung auf einen Gefolgsmann der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS), diese habe die Tat verübt. Die genauen Hintergründe waren zunächst unklar.
US-Präsident Donald Trump wurde über die Situation informiert, wie sein Sprecher Sean Spicer auf Twitter schrieb. Das amerikanische Außenministerium rief US-Bürger auf den Philippinen dazu auf, die Gegend um die Anlage zu meiden.
Offensive gegen Islamisten startete erst kürzlich
Vor mehr als einer Woche hatte die philippinische Armee auf der südlichen Insel Mindanao eine Offensive gegen Islamisten mit Verbindungen zum IS gestartet. Nach Militärangaben wurden bei den Kämpfen in der Stadt Marawi Dutzende Islamisten getötet. Die Gefechte hatten begonnen, nachdem Sicherheitskräfte ein Haus angegriffen hatten, in dem sie Isnilon Hapilon vermuteten, einen Kommandant der Islamistengruppe Abu Sayyaf und Anführer des philippinischen IS-Ablegers.
In den Philippinen kämpfen muslimische Aufständische seit vier Jahrzehnten gegen die Regierung des mehrheitlich katholischen Landes. Mehr als 120.000 Menschen wurden bei diesen Konflikten getötet. In der Region Mindanao, die aus der gleichnamigen großen Insel und weiteren kleineren Inseln besteht, verüben Mitglieder islamistischer Gruppen in ihrem Kampf für Unabhängigkeit oder Autonomie immer wieder Anschläge oder Überfälle. (APA, dpa, AFP)