Polizei: Keine Hinweise auf Terror bei Angriff auf Hotel in Manila

Manila (APA/AFP) - In einem Hotelkomplex in der philippinischen Hauptstadt Manila sind in der Nacht zu Freitag Schüsse gefallen. Die Jihadis...

Manila (APA/AFP) - In einem Hotelkomplex in der philippinischen Hauptstadt Manila sind in der Nacht zu Freitag Schüsse gefallen. Die Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) reklamierte in einer Botschaft im Internet den „Angriff“ umgehend für sich. Nach Polizeiangaben wurde niemand getötet, es seien auch keine Geiseln genommen worden. Die Polizei wollte ausdrücklich nicht von einem Terroranschlag sprechen.

Polizeichef Ronald dela Rosa sagte am Freitagmorgen (Ortszeit) im Radiosender DZMM, es habe sich offensichtlich um einen Einzeltäter gehandelt. Er sei mit einer Waffe durch das Casino gelaufen, habe mehrere Schüsse abgegeben und einen Spieltisch in Brand gesetzt. Der Unbekannte sei flüchtig.

Für einen Terroranschlag gebe es keine Indizien, sagte der Polizeichef. Damit rückte er Angaben von US-Präsident Donald Trump zurecht, der zuvor in Washington sein Bedauern über einen „Terroranschlag“ in dem philippinischen Kasino geäußert hatte. „Es ist sehr traurig zu sehen, was überall auf der Welt mit Terror geschieht“, hatte Trump hinzugefügt.

Die Jihadistenmiliz IS erklärte, ihre „Soldaten“ hätten die Tat verübt. Dies teilte das auf die Überwachung von islamistischen Internetseiten spezialisierten US-Unternehmens Site mit.

Vor mehr als einer Woche hatte die philippinische Armee auf der südlichen Insel Mindanao eine Offensive gegen Islamisten mit Verbindungen zum IS gestartet. Nach Militärangaben wurden bei den Kämpfen in der Stadt Marawi Dutzende Islamisten getötet.

Die Gefechte hatten begonnen, nachdem Sicherheitskräfte ein Haus angegriffen hatten, in dem sie Isnilon Hapilon vermuteten, einen Kommandant der Islamistengruppe Abu Sayyaf und Anführer des philippinischen IS-Ablegers.

In den Philippinen kämpfen muslimische Aufständische seit vier Jahrzehnten gegen die Regierung des mehrheitlich katholischen Landes. Mehr als 120.000 Menschen wurden bei diesen Konflikten getötet. In der Region Mindanao, die aus der gleichnamigen großen Insel und weiteren kleineren Inseln besteht, verüben Mitglieder islamistischer Gruppen in ihrem Kampf für Unabhängigkeit oder Autonomie immer wieder Anschläge oder