Dresdner Sinfoniker wollen „gegen die Mauer in den Köpfen“ anspielen
Dresden/Tijuana (APA/AFP) - Mit einem für Samstag geplanten Konzert an der Grenze zwischen Mexiko und den USA wollen die Dresdner Sinfoniker...
Dresden/Tijuana (APA/AFP) - Mit einem für Samstag geplanten Konzert an der Grenze zwischen Mexiko und den USA wollen die Dresdner Sinfoniker nach Angaben ihres Intendanten Markus Rindt „gegen die Mauer in den Köpfen anspielen“. Der gemeinsame Auftritt von Deutschen, Mexikanern und US-Musikern in Tijuana sei natürlich „ein Zeichen gegen die Mauerpläne von US-Präsident Donald Trump“, sagte Rindt der Nachrichtenagentur AFP.
Die Kunstaktion beziehe sich aber nicht ausschließlich auf die geplante Mauer an der Grenze zwischen den USA und Mexiko. „Abschottung gibt es auch in vielen anderen Teilen der Welt - an der Grenzlinie zwischen Israel und dem Westjordanland oder auch an den Außengrenzen Europas“, sagte Rindt.
Weltweit seien Aktivisten daher am Samstag aufgefordert, originelle Kunstaktionen gegen Mauern unter dem Hashtag #teardownthiswall zu veröffentlichen. Diese würden dann geteilt.
Der Bau einer Mauer zwischen den USA und Mexiko ist eines der zentralen Wahlkampfversprechen Trumps. Das Kunstprojekt steht unter dem Slogan „Tear down this wall“ - angelehnt an eine Zeile aus einer Rede des früheren US-Präsidenten Ronald Reagan vor 30 Jahren in West-Berlin.
Ursprünglich wollten die Sinfoniker beiderseits der Grenze auftreten. Die US-Behörden erteilten allerdings keine Genehmigung, weshalb die Aktion nun in Mexiko stattfindet.
Die Dresdner Sinfoniker sehen sich dem Intendanten zufolge aufgrund ihrer Herkunft in einer besonderen Verantwortung. „Dass es die Menschen in der DDR auf friedliche Art geschafft haben, die Mauer zu Fall zu bringen, war enorm“, sagte Rindt, der 1989 selbst über die bundesdeutsche Botschaft in Prag aus der DDR floh. „Jetzt passiert das Gegenteil, und teilweise sprießen wieder Mauern aus dem Boden - das macht mich traurig.“
Das Kunstprojekt wird von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International unterstützt. Menschen aus mehr als 40 Ländern beteiligten sich Rindt zufolge über eine Crowdfundingkampagne an der Finanzierung. Rund 16.400 Euro kamen zusammen.
Die 1997 gegründeten Dresdner Sinfoniker gehören zu den führenden Sinfonieorchestern für zeitgenössische Musik. Das Ensemble verknüpft seine musikalische Arbeit seit Jahren mit gesellschaftspolitischen Themen.