Frankreich-Wahlen: Kurzporträts der Parteien 2

Paris (APA) - FRONT NATIONAL (FN): Die rechtspopulistische Partei von Marine Le Pen versucht bereits seit einigen Jahren, sich vom extremist...

Paris (APA) - FRONT NATIONAL (FN): Die rechtspopulistische Partei von Marine Le Pen versucht bereits seit einigen Jahren, sich vom extremistischen Image aus der Zeit ihres Vaters, des Parteigründers Jean-Marie Le Pen, loszusagen. Doch die „republikanische Front“ der anderen Parteien gegen die FN erweist sich bis dato als kaum zu brechen.

Die Partei steht zwar derzeit bei rund 18 Prozent in den Umfragen, doch auch in den vergangenen Jahren konnten sich die Kandidaten kaum gegen das Bündnis der anderen Kräfte durchsetzen. Derzeit haben die Rechtspopulisten bloß zwei Abgeordnete in der Nationalversammlung, von denen sich allerdings Marion Marechal-Le Pen, Marine Le Pens Nichte, nicht wieder aufstellen lassen will. Trotzdem wird die Partei wohl an Stimmen zulegen, wenn auch nicht klar ist, ob sie es diesmal schaffen wird, mit 15 Parlamentariern erstmals eine eigene Fraktion zu bilden.

Die FN wird zudem - wie die meisten anderen Parteien - auch noch von internen Querelen gebeutelt, die nach der Parlamentswahl an Intensität zunehmen dürften. Denn nicht alle sind glücklich über den Kurs der Parteichefin und ihres „Einflüsterers“, des Vizepräsidenten Florian Philippot, der für die etatistische wirtschaftspolitische Wende der früher wirtschaftsliberalen Partei ebenso verantwortlich zeichnet wie für deren harten anti-europäischen Kurs. Diese machen manche Analysten dafür verantwortlich, dass Le Pen in der zweiten Runde der Präsidentenwahl gegen Emmanuel Macron unter den Erwartungen blieb.

FRANCE INSOUMISE (Aufsässiges Frankreich, FI): Die linke Bewegung von Jean-Luc Melenchon will bei den Parlamentswahlen vom Impetus von dessen Erfolg bei der Präsidentenwahl profitieren. Bei deren ersten Runde hatte Melenchon fast 20 Prozent der Stimmen ergattert. Der 65-Jährige steht für jene sozialen und globalisierungskritischen Anliegen, die zum Teil auch den linken Flügel der Sozialisten (PS) - denen er bis 2008 angehört hatte - umtreiben. Sein politisches Hauptziel ist allerdings die Einführung einer „Sechsten Republik“ in Frankreich mittels eines basisdemokratischen Verfassungskonvents.

France Insoumise - ihr Symbol ist der griechische Buchstabe „Phi“ - ist auch keine politische Partei im eigentlichen Sinn, sondern eher eine Wahlbewegung der Unterstützer von Melenchons politischen Ideen. Sie steht in den Umfragen an vierter Stelle mit rund 13 Prozent.