Europas Leitbörsen im Verlauf weiter fester
Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Freitag im Verlauf weiterhin klar in der Gewinnzone notiert. Auch schwächer...
Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Freitag im Verlauf weiterhin klar in der Gewinnzone notiert. Auch schwächer als erwartete Produzentenpreise der Eurozone konnte die positive Stimmung am Markt nicht drücken. Der 50 führende Unternehmen der Eurozone umfassende Euro-Stoxx-50 gewann 1,13 Prozent auf 3.606,62 Punkte.
Der DAX in Frankfurt notierte gegen 11.50 Uhr mit 12.822,59 Punkten und plus 1,25 Prozent und hat damit die psychologische Marke von 12.800 Punkten durchbrochen. Jochen Stanzl von CMC Markets kommentiert dazu, der DAX habe heute mit dem anstehenden US-Arbeitsmarktbericht die Chance, in Richtung 13.000 Punkte durchzustarten.
Der FTSE-100 der Börse London stieg um 0,27 Prozent und steht nun bei 7.564,50 Stellen. Auch der britische Leitindex konnte somit heute einen neuen Kursrekord aufstellen.
Aus makroökonomischer Perspektive sind die Produzentenpreise im Euroraum im April etwas schwächer gestiegen als erwartet. Nach Angaben des Statistikamts Eurostat lagen sie 4,3 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Analysten hatten im Mittel einen Anstieg um 4,5 Prozent erwartet.
Daneben erreichten auch Konjunkturdaten aus Großbritannien die Investoren. Im Vereinigten Königreich hat sich der PMI-Einkaufsmanagerindex der Verarbeitenden Gewerbe im Mai auf 56 Punkte verbessert. Analysten hatten lediglich mit 52,7 Zähler gerechnet. Ab der Marke von 50 Punkten deutet das Barometer ein Wachstum an.
Am Nachmittag rücken anstehenden US-Arbeitsmarktbericht ein konjunkturelles Schwergewicht in den Mittelpunkt, schreibt der Analyst Ralf Umlauf von Helaba. Die Vorgaben seien positiv, vor allem nachdem die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe mit Werten unter 250.000 außergewöhnlich niedrige Niveaus aufweisen, führt der Analyst fort. Zuletzt spricht laut Umlauf auch der gestern veröffentlichte ADP-Report für einen Stellenaufbau im Bereich von 200.000 Jobs.
Im Branchenvergleich präsentierten sich vor allem Finanztitel von ihrer besten Seite. Societe Generale und Intesa Sanpaolo rückten mit 2,55 und 2,10 Prozent im Plus an die Spitze des Euro-Stoxx-50. Ebenfalls gut gesucht waren Wertpapiere der BNP Paribas (plus 2,03 Prozent).
Am anderen Ende der Branchentafel fanden sich nach wie vor trotz des angekündigten Ausstiegs der USA aus dem Klimaabkommen Öl- und Gas-Aktien. Am Markt wurde auf die Sorge der Anleger verwiesen, dass nach dem angekündigten Ausstieg der USA aus dem Klimaabkommen von Paris die Bohraktivität in den USA weiter zunehmen könnte. Dies würde das Problem des Rohöl-Überangebots weiter verschärfen und so Druck auf die Ölpreise ausüben.
Der Brent-Ölpreis hat am Freitagvormittag deutlich Terrain verloren und ist unter die Marke von 50 Dollar gerutscht. So verloren die Wertpapiere von Eni 0,84 Prozent. Total-Aktien verschlechterten sich um leichtere 0,24 Prozent. In London gaben BP 0,63 Prozent ab, Royal Dutch Shell (B-Titel) verbilligten sich um 0,58 Prozent.
Unter den Einzelwerten rückten in Frankfurt die Titel der Linde Group (plus 1,42 Prozent) in den Fokus. Der Aufsichtsrat hatte am Vorabend der Fusion mit dem US-Branchenkollegen Praxair (gestern mit plus 1,35 Prozent an der Wall Street) zum größten Industrie-Gasekonzern der Welt zugestimmt.
Die Aktien der Banco Popular erholten sich daneben nach ihrem gestrigen Kurseinbruch mit einem Plus von 2 Prozent. Gestern hatten die spanischen Banktitel rund 18 Prozent abgegeben. Grund waren Marktspekulationen gewesen, wonach die spanische Bank so große Probleme habe, dass sie abgewickelt werden müsse.
~ ISIN EU0009658145 ~ APA206 2017-06-02/11:59