Großbritannien

Nach Anschlag in Manchester: Verdächtiges Auto untersucht

Die britische Polizei hofft nach der Veröffentlichung neuer Fotos auf weitere Hinweise.
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Laut Polizei gibt es bei den Ermittlungen „bedeutende Fortschritte“. Neue Überwachungsbilder sollen weitere Hinweise bringen. Ein weißer Nissan Micra könnte möglicherweise von Bedeutung sein.

London/Manchester – Fast zwei Wochen nach dem Terroranschlag auf ein Popkonzert in Manchester hat die Polizei in der Stadt ein verdächtiges Autos entdeckt und die Umgebung vorübergehend abgeriegelt. Der weiße Nissan Micra sei „möglicherweise für die Ermittlungen von Bedeutung“ und werde untersucht, teilte die Behörde am Freitag auf Twitter mit.

Die Anrainer mussten ihre Häuser verlassen. Es handle sich dabei um eine Vorsichtsmaßnahme, hieß es. Die Polizei bat die Bevölkerung um Informationen, ob das Auto in den vergangenen Monaten bewegt worden sei.

Neue Fotos veröffentlicht

Auch neue Fotos des Attentäters von Manchester wurden veröffentlicht. Bei den Ermittlungen gebe es „bedeutende Fortschritte“, erklärte die Polizei am Donnerstagabend und startete einen weiteren Zeugenaufruf. Die Polizei erklärte, der 22-jährige Salman Abedi habe eine Woche vor dem Anschlag - am 15. Mai - Großbritannien verlassen und sei am 18. Mai wieder eingereist.

Salman Abedi auf dem Bild einer Überwachungskamera vor dem Anschlag.
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Nach Angaben aus dem Umfeld von Abedis Familie hatte sich dieser wenige Tage vor dem Anschlag in Libyen aufgehalten. Deutsche und türkische Behörden hatten bestätigt, dass Abedi auf den Flughäfen von Istanbul und Düsseldorf zwischengelandet war. Woher Abedi ursprünglich kam, teilten die Ermittler nicht mit.

Bauteile für Bombe nach Rückkehr gekauft

„Der Attentäter hat die Bauteile für die Bombe nach seiner Rückkehr gekauft“, sagte der Leiter der Anti-Terror-Polizei im Nordwesten Englands, Russ Jackson. Die Polizei will nun herausfinden, ob er bestimmte Bombenbestandteile schon vor seiner Abreise besaß. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf den den Bezirk Rusholme im Süden Manchesters.

„Es ist entscheidend, dass wir verstehen, warum Abedi sich dort aufgehalten hat und mit wem er in den Tagen vor dem Anschlag Kontakt hatte“, sagte Ermittlungschef Jackson. In den Tagen nach dem Anschlag hatte die britische Polizei nach möglichen Helfern des Attentäters gefahndet. Derzeit sind elf Verdächtige im Zusammenhang mit den Ermittlungen in Polizeigewahrsam. In Libyen wurden zudem der Vater und der Bruder des Attentäters festgenommen.

Abedi hatte sich am 22. Mai nach einem Konzert der US-Popsängerin Ariana Grande in Manchester in die Luft gesprengt und 22 Menschen mit in den Tod gerissen. 116 Menschen wurden verletzt. Unter den Opfern waren viele Jugendliche und Kinder. (APA/AFP)