Klimaabkommen - Leichtfried: „Europa muss jetzt vorangehen“
Wien/Washington (APA) - Nach dem Rückzug der USA aus dem Pariser Klimaabkommen hat sich Infrastrukturminister Jörg Leichtfried (SPÖ) für ein...
Wien/Washington (APA) - Nach dem Rückzug der USA aus dem Pariser Klimaabkommen hat sich Infrastrukturminister Jörg Leichtfried (SPÖ) für ein stärkeres Engagement von Europa ausgesprochen. In der steigenden Bedeutung von Umwelttechnologien sieht der Minister eine Chance für österreichische Unternehmen. „Europa muss vorangehen. Das sind wir unseren Kindern schuldig“, so Leichtfried am Freitag in einer Presseaussendung.
Österreich unterstütze die Energieforschung mit mehr als 100 Millionen Euro pro Jahr. Damit trage man einen Teil zum Erreichen des Klimaabkommen bei und schaffe gleichzeitig neue Arbeitsplätze, betont Leichtfried. Der US-Ausstieg aus dem Weltklimaabkommen sei „kurzsichtig, sowohl aus ökologischer als auch aus wirtschaftlicher Perspektive“.
Die FPÖ sieht mit dem Ausstieg der USA - dem zweitgrößten CO2-Emittenten der Welt - das von ihr bereits vor der Unterzeichnung abgelehnte internationale Klimaabkommen als gescheitert an. „Wenn sich die größten Klimasünder der Welt nicht daran halten, hat das Abkommen keinen Wert“, betont FPÖ-Umweltsprecher Walter Rauch. Er fordert die Bundesregierung auf, sich künftig verstärkt eigenen Klimaschutzzielen zu widmen.
„Österreich handelt kaum besser als die USA“, kritisiert die Grüne Umweltsprecherin Christiane Brunner. Österreich habe den Klimavertrag zwar unterschrieben, setze ihn aber nicht um. Bisher habe die Bundesregierung keine einzige Klimaschutzmaßnahme gesetzt. Österreich sei Klima-Schlusslicht in Europa.
Österreich müsse am Klimavertrag von Paris weiter festhalten, fordert NEOS-Umweltsprecher Michael Bernhard. Beim Weltklima gebe es keinen Plan B. Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) müsse endlich einen Klimaaktionsplan für Österreich vorlegen.
SPÖ-Umweltsprecher Klaus Feichtinger hält nun einen „Schulterschluss der Weltgemeinschaft gegen den Klimawandel“ für notwendig. Europa und alle anderen entscheidenden Akteure müssten die Ziele des Abkommens konsequent weiter verfolgen. „Denn der Klimawandel ist nicht zu leugnen, auch nicht, wenn man Trump heißt“, so Feichtinger.
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