Klimaabkommen - Wifo-Köppl: Langfrist-Emissionsziele brauchen USA
Wien (APA) - Der angekündigte Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen macht die Zielerreichung nach Expertenansicht schwieriger...
Wien (APA) - Der angekündigte Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen macht die Zielerreichung nach Expertenansicht schwieriger. „Die USA als große Volkswirtschaft und bedeutender Emittent sind jedenfalls wichtig, dass die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens langfristig erreicht werden können“, sagte Wifo-Umweltökonomin Angela Köppl am Freitag zur APA.
Die USA sind nach China weltweit der zweitgrößte Emittent von Treibhausgasen.
Die gestrige Ankündigung ist für Köppl ein ziemlich starkes Signal, dass für US-Präsident Donald Trump im Energiebereich fossile Industrien nach wie vor relevant sind. Auf der anderen Seite müsse man aber sehen, dass in den USA insgesamt Schritte in Richtung Transformation des Energiesystem hin zu Erneuerbaren Energien oder Alternativen wie beispielsweise im Bereich der Mobilität gesetzt werden. „Diese Schritte werden weitergehen“, sagte Köppl. Nichtsdestotrotz sende Trump Signale, dass er andere herkömmliche Vorstellungen vom Energiesystem habe, die nicht mit einem zukunftsfähigen Energiesystem kompatibel seien.
Punkto internationaler Klimapolitik sei es sicherlich bedauerlich, wenn ein wichtiges Land und ein großer Emittent auf Bundesebene aussteigen wolle. Man müsse aber sagen, dass das was Trump mache, „sicher nicht 1:1 in den Bundesstaaten durchgeführt wird“, sagte Köppl. So werde es wohl kaum zu einem Rückbau bereits gesetzter Klimaschutzaktivitäten kommen.
Köppl sieht für die USA die Gefahr, dass sie zurückbleiben, wenn der Rest der Welt versuchen wird, neue Technologien voranzutreiben. Die USA würden wohl deutlich weniger in klimarelevante Forschung investieren. Europa habe die Chance, sich bei emissionsvermeidenden Technologien und Technologien im Bereich der erneuerbaren Energien stärker positionieren zu können.