Salzburger Pfingstfestspiele 2018 beschäftigen sich mit dem Jahr 1868
Salzburg (APA) - Für die Salzburger Pfingstfestspiele 2018 hat Intendantin Cecilia Bartoli wieder in das Füllhorn musikalischer Kostbarkeite...
Salzburg (APA) - Für die Salzburger Pfingstfestspiele 2018 hat Intendantin Cecilia Bartoli wieder in das Füllhorn musikalischer Kostbarkeiten gegriffen. Anlässlich des 150. Todestages von Gioachino Rossini stellte sie 1868 als Jahr, an dem „Zeitenbrüche“ sichtbar werden, ins Zentrum. „Ein kleines, kostbares Festival“, versprach Festspielintendant Markus Hinterhäuser am Freitag bei der Programmpräsentation.
Rossinis Oper „L‘italiana in Algeri“, die das Aufeinandertreffen zweier unterschiedlicher Kulturen thematisiert, steht als szenische Produktion im Zentrum. Bartoli wird die Rolle der Isabella singen. An ihrer Seite sind Peter Kalman, Edgardo Rocha, Alessandro Corbelli, Jose Coca Loza, Rebeca Olvera und Rosa Bove zu hören. Die musikalische Leitung übernimmt Jean-Christophe Spinosi, der das Ensemble Matheus leiten wird.
1868 war Jacques Offenbach am Höhepunkt seiner Karriere. Die konzertante Aufführung seiner 1868 uraufgeführten und wenig gespielten Oper „La Perichole“ unter Marc Minkowski und seinen Musiciens du Louvre ist das zweite zentrale Werk des Festivals. Die Staatskapelle Berlin unter Daniel Barenboim spielt zwei Konzerte: Eines mit Werken von Rossini, Edvuard Grieg und Peter Iljitsch Tschaikowski und eines mit Werken von Rossini und Richard Wagner, der just an jenem Tag geboren wurde, an dem „L‘italiana in Algeri“ am 22. Mai 1813 uraufgeführt wurde. Exquisit die Besetzung dieses Konzert: Neben Bartoli werden Rolando Villazon und Jonas Kaufmann zu hören sein.
Anton Bruckners 1868 entstandene Motette „Pange lingua“ steht mit einer kammermusikalischen Fassung von Johannes Brahms „Deutschem Requiem“ am Programm einer geistlichen Matinee. Die Mezzosopranistin wird in dieser Fassung von Hinterhäuser und Pierre-Laurent Aimard am Klavier begleitet. Brahms und Bruckner vertreten 1868 unterschiedliche Musikstile - hier der konservative Brahms, dort der an Richard Wagner orientierte zur Gruppierung der „Neudeutschen“ gehörende Bruckner.
Ein Wiederhören mit Maxim Vengerov gibt es am Pfingstmontag bei einem Solistenkonzert, in dem Max Bruchs 1868 vollendetes Erstes Violinkonzert, ein Vorzeigestück der Romantik, aufgeführt wird.
„Es ist ein großes Glück, dass wir Cecilia Bartoli als Intendantin für die Pfingstfestspiele hier haben“, sagte Hinterhäuser. Ein so „kurzes und präzises Festival“ zu planen, sei nicht einfach. Die Mezzosopranistin war bei der Pressekonferenz selbst nicht anwesend. Sie konzentriere sich ganz auf die Premiere von „Ariodante“ heute, Freitagabend, erläuterte Hinterhäuser. Bartoli probe mit einer „Hingabe, Konzentration und Stärke, dass es das ganze Team mitreißt“.
(S E R V I C E - Salzburger Pfingstfestspiele, 18. bis 21. Mai 2018, www.salzburgerfestspiele.at/pfingsten)