Heimopferrente: Volksanwaltschaft für Ausweitung auf Krankenanstalten

Wien (APA) - Misshandelte Heimkinder erhalten ab Juli eine Zusatzrente von 300 Euro. Als Dachorganisation dafür wird die Volksanwaltschaft f...

Wien (APA) - Misshandelte Heimkinder erhalten ab Juli eine Zusatzrente von 300 Euro. Als Dachorganisation dafür wird die Volksanwaltschaft fungieren. Diese fordert nun, dass auch Opfer von Gewalt und Missbrauch in Krankenhäusern, so etwa Betroffene, die als Kinder und Jugendliche in der Wiener Psychiatrie misshandelt wurden, einbezogen werden müssen.

„Nur weil man in einem Spital misshandelt worden ist und nicht in einem Heim, das kann kein Unterschied sein“, sagte Volksanwalt Günther Kräuter (SPÖ) in einer Pressekonferenz am Donnerstag. Das Heimopferrentengesetz, das Ende April vom Nationalrat beschlossen wurde, gesteht Menschen, die in Einrichtungen des Bundes, der Länder und der Kirche oder auch in Pflegefamilien missbraucht bzw. misshandelt wurden, ab Erreichen des Regelpensionsalters bzw. ab Pensionsantritt monatlich 300 Euro zu.

Grundlage für die Entscheidungen sind Belege über Entschädigungen durch Opferschutzstellen oder eine begründete Empfehlung des Kollegiums der Volksanwaltschaft. Bisher wurden von den Opferschutzstellen in den Bundesländern rund 7.000 Fälle bearbeitet und 85 Mio. Euro ausbezahlt, sagte Kräuter. Betroffene, die noch keinen Antrag gestellt haben oder bisher abgelehnt wurden, können sich bei einer Kommission der Volksanwaltschaft melden. Die Volksanwaltschaft rechnet mit mindestens 1.000 und bis zu 15.000 weiteren Anträgen, sagte er.