Klima-Abkommen - Putin äußert Verständnis für Trumps Entscheidung

St. Petersburg/Washington (APA/AFP/Reuters) - Nach der Entscheidung von US-Präsident Donald Trump für einen Ausstieg aus dem Pariser Klimaab...

St. Petersburg/Washington (APA/AFP/Reuters) - Nach der Entscheidung von US-Präsident Donald Trump für einen Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen hat Russlands Staatschef Wladimir Putin Verständnis geäußert. „Ich werde nicht über Obama, oh, ich meine Trump urteilen wegen der Entscheidung, die er getroffen hat“, sagte Putin am Freitag in St. Petersburg, wobei er zunächst den Namen von Trumps Amtsvorgänger Barack Obama nannte.

Man könne sich immer noch verständigen, sagte er mit Blick darauf, dass konkrete Klimaschutzziele in dem Abkommen nicht verpflichtend verankert seien. „Macht euch keine Sorgen, seid froh“ („Don‘t worry, be happy“, Anm.), sagte Putin. Das Abkommen sei ein guter Vertrag. Allerdings habe Russland ihn zwar unterzeichnet, aber noch nicht ratifiziert. Es gebe noch offene Fragen, beispielsweise wie die CO2-Reduktionen der Staaten vergleichbar gemacht würden.

Putin selbst hätte allerdings Neuverhandlungen des Klimaabkommens einer Kündigung der USA vorgezogen, fügte er hinzu. Zugleich hob er hervor, dass Trump „sich nicht weigert, an der Angelegenheit zu arbeiten“. Daher müssten nun die Bedingungen geschaffen werden, „die es erlauben zusammenzuarbeiten, anderenfalls wird es unmöglich, zu einer Übereinkunft zu kommen“. Dafür habe Trump einen Denkanstoß geliefert: „Man muss überlegen, was mit denen zu tun ist, die Ihre Arbeit verlieren werden“ wegen des Kampfs gegen die Erderwärmung, sagte Putin.

Trump hatte am Donnerstag den Ausstieg der Vereinigten Staaten aus dem historischen Pariser Abkommen angekündigt. Er begründete dies damit, dass die Vereinbarung einseitig zulasten seines Landes gehe und den Verlust von Arbeitsplätzen verursache. Er forderte Verhandlungen über ein neues internationales Klimaabkommen.

Die EU wies diese Forderung umgehend zurück. Trumps Entscheidung für einen Ausstieg aus dem Pariser Abkommen verurteilten Regierungen in aller Welt scharf.

Das als Meilenstein im Kampf für den Klimaschutz geltende Abkommen war im Dezember 2015 in Paris von 195 Staaten unterzeichnet worden. Die Teilnehmerstaaten verpflichten sich dazu, die Erderwärmung auf ein beherrschbares Maß von „deutlich unter zwei Grad“ im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.