De Maiziere: Festival-Unterbrechung verantwortungsvolle Entscheidung

Berlin/Nürburgring (APA/dpa) - Der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere (CDU) hat sich hinter die Entscheidung des rheinland-pfälzische...

Berlin/Nürburgring (APA/dpa) - Der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere (CDU) hat sich hinter die Entscheidung des rheinland-pfälzischen Innenministers Roger Lewentz (SPD) gestellt, das Musikfestival „Rock am Ring“ wegen Terrorgefahr zu unterbrechen. Lewentz habe ihn im Voraus informiert, erklärte de Maiziere am späten Freitagabend in Berlin.

„Für diese schwierige wie verantwortungsvolle Entscheidung hat er meine volle Unterstützung. So bitter es ist, die Sicherheit der Festivalbesucher muss an erster Stelle stehen.“ Lewentz will an diesem Samstag um 11.00 Uhr am Nürburgring über die Ereignisse informieren. Dabei wird es auch um die Frage gehen, ob das bis Sonntag geplante Festival fortgesetzt wird.

Nach der Terrorwarnung für das Rockfestival laufen die Untersuchungen der Polizei nach Angaben von Lewentz auf Hochtouren. „Es gibt ein paar Punkte, auf die sich konzentriert wird“, sagte Lewentz am Freitagabend der Deutschen Presse-Agentur. Das Festivalgelände werde genau untersucht.

Der Innenminister nannte mit Verweis auf die Ermittlungen keine Details. Für Samstag sei eine Lageeinschätzung geplant, sagte Lewentz. „Morgen werden wir entscheiden, wie es weitergeht.“

Die Polizei hatte das beliebte Musikfestival am Freitag angesichts der drohenden Terrorgefahr unterbrochen. „Hintergrund sind konkrete Hinweise, aufgrund derer eine mögliche terroristische Gefährdung nicht auszuschließen ist“, teilte das Polizeipräsidium Koblenz mit.

Die Unterbrechung des Festivals am Freitag war nach Einschätzung des Ministers notwendig. „Wir mussten diese Entscheidung treffen“, sagte Lewentz. „Es war übereinstimmend bei allen Polizeiexperten: Es blieb keine andere Wahl.“ Die Entscheidung sei nicht einfach gefallen. Der Minister betonte jedoch: „Sicherheit geht vor.“ Beim Musikfestival wurden bis zu 90.000 Besucher erwartet. Lewentz sprach von etwa 60.000 Fans, die am Freitag geschätzt worden seien. Der Minister lobte mit Blick auf die Räumung des Geländes: „Es läuft sehr diszipliniert.“