Kofel-Bergstation: Stadt Innsbruck legt Streit mit Alpenverein bei
Gegen eine Zahlung von 350.000 Euro gibt die Alpenvereinssektion Touristenklub Innsbruck ihren Widerstand gegen die Bergstation der neuen Patscherkofelbahn auf. Die Einigung mit der Stadt wurde am Donnerstag paktiert.
Von Manfred Mitterwachauer
Innsbruck –Vergessen die monatelangen Streitereien, vergessen die Klagsdrohungen, vergessen aber auch die Volksabstimmung vom 11. Juni. Die Stadt Innsbruck, die Patscherkofelbahnen-Führung und der Alpenverein, genauer gesagt die Sektion Touristenklub Innsbruck, haben sich wieder lieb.
Der Streit um die bereits in Bau befindliche Bergstation der neuen Patscherkofel-Einseilumlaufbahn ist am Donnerstag offiziell beigelegt worden. Dem ging eine erneute Verhandlungsrunde mit allen Beteiligten voraus – unter Beiziehung einer Mediatorin.
350.000 Euro sind es, die den Weg zu einer gütlichen Einigung planiert haben. So viel Geld wird die Stadt der Sektion zukommen lassen. Noch im Herbst 2016 soll Alpenvereinspräsident und Sektionsanwalt Andreas Ermacora dem Vernehmen nach der Stadt ein Angebot von 300.000 Euro unterbreitet haben. Damals lehnte BM Christine Oppitz-Plörer ab.
Von der nunmehrigen Einigungssumme müssen 250.000 zweckgewidmet in den Ausbau der Schutzhausterrasse fließen. Diese soll – zum Ausgleich für den durch die Station verlorengehenden Blick Richtung Stubaital – nach Norden und Westen vergrößert werden. Die restlichen 100.000 Euro werden als Abschlagszahlung für einen AV-Verzicht auf allfällige Klagen gegen die Stadt bzw. die Patscherkofelbahnen gewertet. Ein Verzicht, den der AV, solange die Bahn betrieben wird, einzuhalten hat. Was die umstrittene Gastronomie in der Bergstation betrifft, so wird diese infolge der Einigung im ursprünglichen Sinn errichtet und (zusammen mit jener in der Talstation) öffentlich ausgeschrieben werden. Der AV-Sektion wird hier zwar ein Vorpachtrecht eingeräumt – Extrakonditionen, wie noch vor Wochen angeboten, wird es aber keine geben. Der neue Vorplatz der Bergstation soll mit dem Alpenverein zusammen gestaltet werden.
Bereits in der Julisitzung des Innsbrucker Gemeinderates – der letzten vor der Sommerpause – soll der Deal beschlossen werden. Eine Mehrheit gilt zumindest aus heutiger Sicht als gegeben. Drei der vier Koalitionäre (FI, Grüne, VP) sind dafür. Die SPÖ ist dagegen.
Die 350.000 Euro sollen ins Gesamtbudget des Projektes „Patscherkofel neu“ eingerechnet werden. Damit steigen die Kosten auf 69,05 Mio. Euro (inkl. Kaufpreis der alten Liftanlagen, exklusive der rund 250.000 Euro für die Durchführung der Volksabstimmung über die Bürgerinitiative).
Ermacora meinte gestern, dass „wir hart gekämpft, nicht alles erreicht haben, aber im Sinne eines gemeinsamen Neustarts am Berg über die erzielte Einigung froh sind“. Dem schloss sich Oppitz-Plörer an: „Die Einigung ist ein wichtiger Schritt.“ Alle Projektpartner zögen nun an einem Strang.
Dass es nunmehr Rechtssicherheit gebe und der weiteren Errichtung der Bauwerke und der Gastronomie nichts mehr im Wege stehe, hob Patscherkofelbahnen-Geschäftsführer Thomas Scheiber hervor. Auch StR Franz Gruber (VP) und Grünen-Klubchefin Uschi Schwarzl lobten den Kompromiss. Nicht so die SPÖ. Sie wolle keinen einzigen Cent an Abschlagszahlung an den AV leisten, sagte Klubchef Arno Grünbacher.