Lademeister trägt Designerkluft
Kurz nach dem Start des Insignia Grand Sport reicht Opel jetzt die Kombiversion Sports Tourer nach. Mit toller Optik und massig Platz für Leute und Ladung.
Von Walter Schrott
Hamburg –Lastenesel oder Lifestyle-Laster? An dieser Frage scheiden sich mitunter die Kombi-Geister. Aber wer heutzutage mit den rollenden Vielseitigkeitskünstlern ein Geschäft machen möchte, muss sich eindeutig zu Zweiterem bekennen. Wie es Opel mit dem neuen Insignia Sports Tourer eindrucksvoll vormacht. Der fesche Hesse ist von der Frontpartie bis zur B-Säule mit dem Limousinen-Bruder Grand Sport identisch, den Rest haben die Designer stilsicher dazugestrickt. Und sich dabei aktueller und dynamikfördernder Schönheitsideale (ansteigende Seitenlinie, abfallende Dachlinie) bedient. Damit wird klar, dass sich Opel mit dem Kombi nicht ausschließlich an Leute wendet, die beispielsweise möglichst viele Obstkisten von A nach B bringen müssen. Zielgruppe sind da vor allem auch Familien und Freizeitsportler.
Das Fünf-Meter-Schiff verbirgt unter seiner schönen Hülle Talente, die einen echten Kombi ausmachen. Fünf Leute dürfen es sich auf bequemen Sitzen gemütlich machen und selbst in Reihe zwei erreicht die Kopf- und Beinfreiheit Oberklasse-Niveau. Und wenn Ladekapazität gefragt ist, dann spielt der Insignia Sports Tourer alle Stückerln. Die Rücksitzlehnen lassen sich dreifach geteilt (40:20:40) umlegen, damit ist die Erledigung diverser Transportaufgaben ein Klacks. Zweimeterlatten vom Baumarkt finden locker Platz, von der neuen Waschmaschine, dem Mountainbike oder reichlich Urlaubsgepäck ganz zu schweigen.
Bei Passagier-Vollbelegung schluckt das Ladeabteil immer noch 560 Liter, bei umgelegten Sitzen 1565 Liter. Zugegeben, da hat der eine oder andere Konkurrent noch mehr zu bieten. Die abfallende Dachlinie fordert eben ihren Tribut. Dafür aber ist der Insignia auch ein echter Hingucker. Zwischen 598 und 617 Kilo (je nach Modell) dürfen zugeladen werden, Anhänger bis zu 750 Kilo (gebremst bis 1950 Kilo) darf der Insignia an den Haken nehmen. Die tiefe Ladekante und die breite (auf Wunsch per Fußkick aufschwingende) Heckklappe erleichtern die Ladearbeit.
Bei der ersten Ausfahrt hat der Sports Tourer ganz klar gezeigt, dass er mehr sein möchte als ein Lademeister. Der lange Radstand tut dem Fahrkomfort gut, das Fahrwerk zeigt durchaus sportliche Ambitionen, ohne grob zu sein. Und man sitzt tiefer als im Vorgänger, was den sportlichen Anspruch unterstreicht. Ansonsten übernimmt der Kombi die feinen Zutaten des Insignia Grand Sport. Das toll gestylte und ergonomisch perfekte Cockpit vermittelt Oberklasse-Feeling, auch alle Assistenzsysteme, das IntelliLink-Infotainment, Opels Butler-Dienst OnStar oder das innovative LED Matrix-Licht sind teils serienmäßig oder auf Wunsch an Bord.
Das Motorenprogramm umfasst drei Turbo-Benziner mit 140, 165 und 260 PS sowie drei Turbodiesel mit 110, 136 und 170 PS. Die Kraftübertragung besorgen je nach Modell ein manuelles 6-Gang-Getriebe, eine 6-Stufen-Automatik bzw. eine brandneue 8-Stufen-Automatik. Was vor allem die Bewohner alpiner Regionen freuen wird: Der Insignia Sports Tourer ist in Verbindung mit den Topmotorisierungen als Diesel und Benziner auch mit Allradantrieb zu haben.
Der sportliche Kombi kann in den Ausstattungsversionen Insignia, Edition, Dynamic und Innovation bereits bestellt werden. Opel lockt dabei mit attraktiven Einführungspreisen. So ist man bereits ab 27.190 Euro (1.5 Turbo-Benziner, 6-Gang) dabei, am oberen Ende der Liste steht der 170-PS-Diesel in der Topversion Innovation samt Allradantrieb mit 39.990 Euro. Damit sparen Schnellentschlossene zwischen 2100 und 3100 Euro.