Kleiner Hochsitz-Angriff der Iberer
Mit dem Arona wird Seat noch in diesem Jahr im Segment subkompakter Sport Utility Vehicles rührig: Drei- und Vierzylinder-Aggregate sorgen für tauglichen Vorschub.
Von Peter Urbanek
Barcelona –Die erste Frage bei der Präsentation lautete: Was verbirgt sich hinter dem Namen Arona? Seat-CEO Luca de Meo hatte sofort die Antwort parat. Eine nette Kleinstadt auf den Kanarischen Inseln spielte den Namensgeber, wobei seine italienische Seele natürlich nicht vergaß, auf einen identen Stadtnamen in seiner Heimat hinzuweisen. Das wäre hiermit geklärt. Mit dem Arona tritt nun einer neuer, zusätzlicher Mitbewerber in die heiß umstrittene Arena von subkompakten, urbantauglichen, mit dem gewissen SUV-Image versehenen Hochsitzfahrzeuge ein. Vor wenigen Jahren herrschte hier noch Ebbe, die große Auseinandersetzung spielte sich im Bereich der mächtigen Geländefahrzeuge ab, wo angeblich das große Abenteuer zu Hause ist. Die neue Zielgruppe für Crossover-Modelle sind Kleinfamilien mit maximal einem Kind, jung gebliebene Senioren, Singles, aber auch junge Menschen, die für ihr urbanes Leben einen wendigen, platzsparenden, preislich günstigen, aber auch schicken Autopartner mit dem gewissen SUV-Effekt suchen. Exakt dieses Klientel steuert der neue Arona durch sein unverwechselbares, südlich empfundenes Design an. Der Volkswagenkonzern hat den Neuling mit der erstmals für ein Sport Utility Vehicle eingesetzten MQB-AO-Plattform ausgestattet. Viele Möglichkeiten stehen dadurch hinsichtlich Geräumigkeit und Fahrdynamik offen, künftige Modelle sämtlicher Konzernmarken, vor allem aus dem Bereich Allrad, werden davon profitieren, vielleicht eines Tages auch der Arona, der vorläufig nur mit Frontantrieb angeboten wird. Obwohl der Seat-Neuling im Vergleich zum großen Bruder Ateca um 20 cm kürzer ist, scheinen Platzprobleme ein Fremdwort zu sein. Die beiden Vordersitze sind um 52 mm beziehungsweise 62 mm gegenüber dem Ibiza höher, auch die Kopffreiheit vorne und hinten ist im Vergleich zur Limousine um mindestens 37 mm gesteigert. Besonderer Wert wurde auf den bequemen Einstieg zu den vorderen Plätzen gelegt, aber auch der Zugang zur rückwärtigen Sitzbank muss nicht zur Turnübung ausarten. Der Gesamteindruck des Innenraums: Hochwertigkeit dominiert. Für Reisen mit dem Arona stehen 400 l Kofferraum zur Verfügung. Aktuelle Assistenzsystem sind selbstverständlich, LED-Technologie bedeutet bessere Lichtverhältnisse. Wer von den vier Ausstattungsvarianten Reference, Style, Xcellence und FR die Nummer vier wählt, kann zwei Einstellungsmöglichkeiten der Stoßdämpfer aktivieren. Die breite Motorenpalette aus dem Konzern beginnt mit drei Benzinern: Einliter-Dreiyzlinder mit 95 PS, ihm folgt die Variante mit 115 PS, die meiste Leistung aber bietet der 1,4-Liter-Motor mit 150 PS und Zylinderabschaltung. Den bewährten 1,6-Liter-TDI-Diesel gibt es mit 95 oder 115 PS, der Trend geht aber Richtung Benzin. 5-Gang- oder 6-Gangschaltung sowie 7-Gang-DSG-Doppelkupplungsgetriebe runden das Angebot ab.
Vor allem jüngere Interessenten werden sich über die breite Palette der Konnektivität auf Apple CarPlay, AndroidAuto und MirrorLink freuen.
Die Preisfrage scheint besonders wichtig. Seat Österreich hofft den Einstieg mit rund 16.000 bis 17.000 Euro zu schaffen.