Von göttlichen Komponisten und Fürsten
Innsbruck – Als erste musikalische Begleitveranstaltung zur Jubiläumsausstellung „Ferdinand II.“ und zugleich letztes Konzert der Innsbrucke...
Innsbruck –Als erste musikalische Begleitveranstaltung zur Jubiläumsausstellung „Ferdinand II.“ und zugleich letztes Konzert der Innsbrucker Abendmusik dieser Saison wurde dem göttlichen Monteverdi „Il divino Claudio“ ein Abend im Schloss Ambras gewidmet.
Die Programmauswahl erfolgte in Kooperation der Innsbrucker Abendmusik mit dem Tiroler Landesmuseum aus zwei großen Werksammlungen des Meisters: zum einen aus der „Selva morale e spirituale“ (1640), zum anderen aus der posthum erschienenen „Messa a quattro voci, e Salmi“ (1650), und wurde um Instrumentalwerke aus der Zeit ergänzt.
Aufgrund Monteverdis konkreten Wirkens in Innsbruck, bei dem wahrscheinlich ein Hofgottesdienst stattfand, stand auch im Spanischen Saal das geistliche Werk des Großmeisters der musikalischen Rhetorik im Mittelpunkt.
Das Ensemble vita & anima begleitete drei hochkarätige Solisten, die die liturgischen Texte eindrucksvoll darboten: Melanie Hirsch betonte mit kraftvollem Sopran die schwingenden Elemente der kunstvoll verzierten Renaissancemusik, bei der großen Tenorstimme Ulrich Cordes wurde die Wichtigkeit der Textausdeutung deutlich und Markus Flaiggs weicher Bassbariton überzeugte im Terzett sowie mit Ambitus.
Monteverdis „Salve Regina con Echo“ wurde räumlich reizvoll inszeniert, indem Hirsch das Echo zu Cordes disloziert aus dem Aufgang zum Spanischen Saal darbot. Das typische dialogische Prinzip zwischen Violinen und Singstimmen kam in den Psalmvertonungen besonders heraus.
Hervorzuheben ist die eigens für diesen Abend transkribierte Fassung des „Isti sunt viri sancti“ von Georg Fischer („Piscator“), einem von Monteverdi beeinflussten Tiroler Komponisten der Zeit, die wieder einmal auf die noch zu bergenden Schätze der Musiksammlung des Tiroler Landesmuseums verwies. (cp)