Kufstein

Nach 28 Jahren ist beim Sozialsprengel Schluss

© Zwicknagl

Die Vereinsauflösung ist bei der Jahreshauptversammlung des Kramsacher Sozial- und Gesundheitssprengels der Schwerpunkt.

Von Walter Zwicknagl

Kramsach –Bei der Jahreshauptversammlung des Sozial- und Gesundheitssprengels Kramsach, der vor 28 Jahren gegründet wurde, geht es am Donnerstag um die Auflösung des Vereins. Nicht alle sind darüber glücklich, so etwa Hansjörg Steinlechner, der 14 Jahre als Obmann agierte und Ehrenobmann des Vereins ist. „Finanziell steht der Verein sicherlich nicht schlecht da, wie ich mich versichern konnte. Aber es dürfte die eine oder andere Reiberei gegeben haben. Wenn wir den Verein nach dem Muster in Völs am Leben erhalten könnten, wäre das besser“, sagte er gestern. Eigentlich sei er über diese Entwicklung frustriert.

„Aus personellen Gründen war die Hauskrankenpflege nicht mehr im gewünschten Ausmaß weiterzuführen. Zu betreuen waren durchschnittlich 25 bis 30 Personen. Wenn diese Aufgabe jetzt vom Wohn- und Pflegeheim übernommen wird, ist das sicher von Vorteil“, erklärt Christine Atzl, die seit drei Jahren Obfrau des Sozial- und Gesundheitssprengels ist. Sicher habe es auch Überlegungen gegeben, sich einem benachbarten Sprengel anzuschließen.

„Diese Entwicklung hat sich seit Jahren angebahnt und ist vor allem ein Personalproblem. Konkret rede ich von diplomiertem Personal, das immer schwerer zu finden ist“, stellt Sprengelarzt Ernst Hosp fest. Und dieses Problem wäre sicher ab dem heurigen Sommer akut geworden, setzt er nach. Denn das Problem aller kleinen Strukturen seien der Bereitschafts- und der Nachtdienst.

„Es braucht bei der neuen Lösung niemand um seinen Arbeitsplatz bangen und es steht niemand auf der Straße. Derzeit sind im Sprengel vier Leute beschäftigt und diese wurden von der Gemeinde übernommen. Übrigens läuft das neue System bereits. Die Hauskrankenpflege ist ja schon ausgegliedert“, klärt Bürgermeister Bernhard Zisterer auf. Durch die Eingliederung ins Wohn- und Pflegeheim könnte die eine oder andere Leistung zusätzlich angeboten werden, meint Gerold Stocker, der im 28-köpfigen Personalpool als Leiter des Wohn- und Pflegeheimes eher einen Vorteil sieht. „Ich sehe in der Sache keinen Qualitätsverlust, sondern ein großes Plus“, betont BM Zisterer. Am Donnerstag berichtet jedenfalls Obfrau Christine Atzl bei der Jahreshauptversammlung über die neue Situation im Sprengel. Eingeladen sind dazu die rund 360 Mitglieder.

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