Sardischer Bandit und Kidnapper nach 25 Jahren wieder frei

Rom (APA) - Einer der gefährlichsten Banditen Italiens hat nach 25 Jahren Haft das Mailänder Hochsicherheitsgefängnis Opera verlassen und is...

Rom (APA) - Einer der gefährlichsten Banditen Italiens hat nach 25 Jahren Haft das Mailänder Hochsicherheitsgefängnis Opera verlassen und ist in seine Heimatregion Sardinien zurückgekehrt. Der 59-Jährige war wegen mehreren spektakulären Entführungen verurteilt worden.

Der Kriminelle beteiligte sich unter anderem an der Entführung des kleinen Farouk, die Anfang der 90er-Jahre international für Schlagzeilen gesorgt hatte. Der damals achtjährige Sohn eines wohlhabenden libanesischen Unternehmers war 1992 an der sardischen Costa Smeralda verschleppt und über sechs Monate lang von seinen Kidnappern festgehalten worden. Der Familie schickten die Gangster einen Teil des Ohres ihres Opfers, um sie zur Zahlung eines Lösegelds zu bewegen.

Der kaltblütige und unnahbare Bandit wurde außerdem wegen der Entführung einer Studentin und eines römischen Unternehmers in den Jahren 1983 und 1988 zu 30 Jahren Haft verurteilt. Wegen guter Führung wurde ihm die Strafe auf 25 Jahre reduziert.

Bekannt ist der Mann auch wegen einer spektakulären Flucht aus dem Hochsicherheitsgefängnis auf der Insel Asinara 1986 mithilfe seiner Lebensgefährtin. Jahrelang wurde er gesucht. 1992 wurde er auf Korsika festgenommen und nach Italien ausgeliefert. Seine Taten soll er nie bereut haben, allerdings möchte er nun ein neues Leben beginnen.

In der Mailänder Strafanstalt hatte der berüchtigte Kriminelle studiert und sich mit Kunst beschäftigt. Eine seiner Zeichnungen wurde für eine Briefmarke der italienischen Post genutzt. 2004 wurde die 14-jährige Tochter des Kidnappers auf einem Balkon erschossen. Der Täter wurde nie gefunden.