Fußball: Russlands Presse trotz Confed-Cup-Aus hoffnungsvoll

Moskau (APA/dpa) - Russlands-Fußball-Nationalteam ist nach dem frühen Aus beim Confederations-Cup die befürchtete Abrechnung der russischen ...

Moskau (APA/dpa) - Russlands-Fußball-Nationalteam ist nach dem frühen Aus beim Confederations-Cup die befürchtete Abrechnung der russischen Presse erspart geblieben. „Das Wunder verschiebt sich um ein Jahr“, titelte die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ mit Blick auf die Fußball-WM 2018. Dann sollen Gastgeber Russland unter Trainer Stanislaw Tschertschessow an sportlichen Erfolgen nachholen, was beim Confed-Cup ausblieb.

Die Zeitungen sahen vor allem Kampfgeist und Einstellung als ermutigend an. „Im Unterschied zur Europameisterschaft vor einem Jahr hat die Mannschaft Charakter und Kampfgeist gezeigt“, schrieb „Wedomosti“. Der „Sport-Express“ meinte: „Mag diese Mannschaft auch noch unfertig und in Teilen ungeschickt sein. Aber sie lässt den Kopf nicht hängen und reagiert. Diese russische Sbornaja hat Leidenschaft.“

Als Tschertschessow die Sbornaja 2016 von Leonid Sluzki übernahm, steckte der russische Fußball in einem depressiven Tief. Auch nach den beiden Niederlagen gegen technisch überlegene Portugiesen und Mexikaner beim Confed-Cup ließen die ersten Fragen nach einem Rücktritt des ehemaligen Tirol-Torhüters nicht lange auf sich warten. Doch Moskaus Sportführung weiß: Es gibt kaum Alternativen.

„Lassen Sie uns ihn unterstützen. Lassen Sie uns ihm vertrauen. Geben Sie ihm eine Chance“, rief Verbandschef Witali Mutko auf. Die schützende Hand des mächtigsten Sportpolitikers zeigte Wirkung. In einer Onlineumfrage des „Sport-Express“ gaben nur 18 Prozent der mehr als 43.000 Teilnehmer dem Trainer die Schuld für das Ausscheiden.

Dennoch wird Tschertschessow mit seinem teilweise harschen Auftreten auch bis zur WM kaum der Liebling der Presse werden. Doch das ist nur die eine Seite. In mit Bedacht geführten Interviews zeigt er sich lustig und kumpelhaft. Gerne erzählt er da von seiner Glanzzeit beim FC Tirol, mit dem er drei Jahre in Serie österreichischer Meister wurde.