RBI-Chef Strobl: Börsengang der Polen-Tochter nicht um jeden Preis

Wien/Warschau (APA) - Der Börsengang der Raiffeisen Bank Polska werde „sicher nicht um jeden Preis“ erfolgen, sagt der Chef der Raiffeisen B...

Wien/Warschau (APA) - Der Börsengang der Raiffeisen Bank Polska werde „sicher nicht um jeden Preis“ erfolgen, sagt der Chef der Raiffeisen Bank International (RBI), Johann Strobl, in einem Interview mit der „Kleinen Zeitung“ (Montagausgabe). Für 2017 stellt Strobl auch wieder eine Dividende in Aussicht. Zuletzt hatte die RBI für das Jahr 2013 eine Dividende gezahlt.

„Am liebsten wäre uns, der Börsengang gelingt, dann ist das Thema erledigt“, so Strobl im Zeitungsinterview. Die RBI plant nach einer Zusage an die polnischen Behörden im Zuge eines Initial Public Offering (IPO) 15 Prozent der Aktien der Raiffeisen Bank Polska (Polbank) an der Warschauer Börse zu emittieren.

Wo der Preis liegen werde, sei noch offen, so Strobl. Bald werde man wissen, wie groß das Interesse sei, zu welchem Preis die Investoren bereit seien zu kaufen. „Wir wissen, wer die potenziellen Investoren sind. Wir kennen die Meinung der Analysten“, so Strobl.

Sobald man den Preis kenne, werde man auch wissen, ob er zumutbar sei oder ein grundloser Verlust entsteht. „Dann kann man darüber reden und zur Behörde gehen“, so der RBI-Chef.

Es könnte aber auch durchaus sein, dass sich ein geplatzter Polbank-Verkauf als Glücksfall erweise. „Polen war immer ein sehr stabiler großer Markt mit schönem Wachstum ohne Rezession“, so Strobl. Die polnischen Kollegen hätten 50 Millionen einsparen müssen. Sie hätten 63 von 299 Filialen geschlossen. Auch sonst werden überall die Kosten reduziert.

„Wir haben jedenfalls jetzt die Basis, um in zwei Jahren sagen zu können, dass wir eine attraktive Bank haben - oder dass es noch einen weiteren Schritt braucht“, so Strobl.

Alle Osteuropabanken der RBI seien rentabel, auch die Polbank sei kein Sanierungsfall. Am besten aufgestellt sei die slowakische Tatra-Bank. Die Wachstumsaussichten für Osteuropa seien weiter überdurchschnittlich und ein Ende dieser Entwicklung sei nicht erkennbar. „Das Irritierende ist zuletzt nur von der politischen Seite gekommen“, so Strobl. Man sehe auch eine verstärkte Kreditnachfrage. Gleichzeitig würden die Konsumkredite auch rascher zurückgeführt.

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