Formel 1: Internationale Pressestimmen zum GP von Aserbaidschan
Baku/Wien (APA/dpa) - Internationale Pressestimmen zum Formel-1-Grand Prix von Aserbaidschan am Sonntag in Baku:...
Baku/Wien (APA/dpa) - Internationale Pressestimmen zum Formel-1-Grand Prix von Aserbaidschan am Sonntag in Baku:
ITALIEN:
„La Stampa“: „Ein Zusammenstoß, die Strafe und so viel Gift. Vettel und Hamilton: Ein Duell der Rowdys. Vergessen wir das Lächeln und die Bekundungen gegenseitiger Achtung. Nach drei Monaten ist zwischen Vettel und Hamilton der Hass explodiert.“
„La Repubblica“: „Vettel: Ein unentschuldbares Verhalten vor allem von einem, der vier Weltmeisterschaften gewonnen hat. Typ Zidane bei der Fußball-WM 2006. Den Schaden seiner Kamikaze-Aktion trägt vor allem er selbst, und nicht nur was sein Image angeht: Ohne die Strafe, die zu sanft war, hätte er gewonnen.“
„Gazzetta dello Sport“: „Hamilton und Vettel sind noch nie wirklich aneinandergeraten. Aber das erste Mal werden sie sicher nie vergessen. Ohrfeige und umgehend die Antwort darauf: Erinnert ihr euch an Materazzi und Zidane? Der Fußballvergleich, der einem in den Sinn kommt, ist der von der WM 2006. Materazzi provoziert, Zidane reagiert mit der berühmten Kopfstoß. Game over für Zizou... Aber ein bisschen Boshaftigkeit ist das Salz jeder Rivalität.“
DEUTSCHLAND:
„Bild“: „Friede, Freude, Formel 1. Damit ist Schluss! Plötzlich beginnt der Formel-1-Krieg. Szenen, die man sonst nur vom Autoscooter auf dem Rummel kennt!“
„SZ“: „Vettel rollte links vorbei, nahm die Hände vom Lenker, gedachte seinem WM-Rivalen mit wüsten Worten - und rempelte ihn allen Ernstes in die linke Seite. Mit so viel Wucht, dass sein Ferrari beim Rammstoß mit zwei Rädern in der Luft hing. Einfach so. Wie beim Autoscooter-Fahren mit Kumpels auf der Düsseldorfer Rheinkirmes.“
„FAZ“: „Ein Deutscher im Frust. Hamilton mag Vettels Rhythmus absichtlich gestört und ihn provoziert haben, aber er ging lediglich vom Gas, reduzierte das Tempo auf 49 Kilometer pro Stunde. Mit bremsenden Manövern der fiesen und gefährlichen Art ist der dreimalige Weltmeister bislang nicht aufgefallen. Und auch diesmal hatte er es nicht nötig.“
„Abendzeitung München“: „Eskalation in Baku. Sebastian Vettel suchte noch im Parc fermé das Weite. Während WM-Rivale Lewis Hamilton dem Red-Bull-Piloten Daniel Ricciardo zu dessen Überraschungssieg von Baku gratulierte, eilte der Ferrari-Star nach seinem Rammstoß gegen das Mercedes-Ass schnurstracks, aber keineswegs schuldbewusst zu seiner Box.“
ENGLAND:
„The Sun“: „An dieses Rennen wird man sich wegen einer Sache erinnern - es war der Siedepunkt zwischen Sebastian Vettel und Lewis Hamilton. Der Ferrari-Fahrer hat sein Auto absichtlich als Waffe eingesetzt, um in Hamilton reinzufahren, der Titelkampf ist entbrannt. Bis jetzt haben sich die beiden noch kameradschaftlich verhalten. Das ist jetzt vergessen - das ist ein offener Krieg.“
„Daily Mirror“: „Der vierfache Weltmeister Vettel steht jetzt unter Druck, sich bei Hamilton zu entschuldigen und bei der Formel 1, weil er den Sport in Verruf gebracht hat.“
„Times“: „Jegliche Freundschaft zwischen Lewis Hamilton und Sebastian Vettel vor diesem Wochenende endete ganz und gar in Aserbaidschan. In einem wilden Rennen, das Daniel Ricciardo gewann - mit vier Safety-Car-Einsätzen, Trümmern überall und einer roten Flagge - kippte die Meisterschaft, als Vettel zweimal in Hamilton hineinfuhr.“
„Mail Online“: „Daniel Ricciardo hätte wohl sein ganzes Geld darauf gewettet, dass er den Grand Prix von Aserbaidschan nicht gewinnt.“
„BBC“: „Das war ein sehr erstaunliches Rennen. Es gab so viel Dramatik und Aufregung an einem einzigen Nachmittag wie sonst nur in einer ganzen Saison.“
SPANIEN:
„El Mundo“: „Vettel, der Rowdy. In einem chaotischen Rennen hat der Deutsche den Mercedes-Wagen von Hamilton attackiert.“
„El Pais“: „Vettel verliert die Nerven gegen Hamilton. Das absurdeste Rennen der letzten Jahre war so verrückt, dass sogar ein so erfahrener Fahrer wie Sebastian Vettel aus der Fassung gebracht wurde. Dem Deutschen sind in der 19. Runde einfach die Sicherungen durchgebrannt.“
„Marca“: „Vettel hätte die Schwarze Flagge verdient gehabt. Die Rennleitung schonte den Deutschen, der so am Ende vor Hamilton noch Vierter werden konnte.“
„Mundo Deportivo“: „Ricciardo blieb vom Flächenbrand unberührt.“
„Sport“: „Ricciardo ist König im Chaos.“
RUSSLAND:
„Kommersant“: „Der Grand-Prix in Aserbaidschan kann Anspruch auf den Titel des Rennens der Saison in der Formel 1 erheben. Höhepunkt der Veranstaltung, die Daniel Ricciardo zur eigenen Verwunderung gewann, war wie die WM-Führenden Lewis Hamilton und Sebastian Vettel ihren Streit austrugen.“
FRANKREICH:
„L‘Equipe“: „Diesmal haben sich Lewis Hamilton und Sebastian Vettel offiziell den Krieg erklärt.“
„Le Monde“: „Sebastian Vettel und Lewis Hamilton haben Gleiches mit Gleichem vergolten, an den Grenzen des Reglements und rufen Erinnerungen an die größten Rivalitäten in diesem Sport wach.“
SCHWEIZ:
„Blick“: „Im Fußball wäre Vettels Aktion (Nachtreten, ohne vorher getreten worden zu sein!) diskussionslos mit einer Roten Karte bestraft worden. ... Schade, dass der bisher tolle Titelkampf zwischen zwei Superstars jetzt mit Worten vergiftet wird.“