Proteste gegen Abschiebung hunderter irakischer Christen aus den USA
Washington/Detroit/Wien (APA) - Der Patriarch der chaldäisch-katholischen Kirche Louis Sako kritisiert die Ausweisung von 144 irakischen, be...
Washington/Detroit/Wien (APA) - Der Patriarch der chaldäisch-katholischen Kirche Louis Sako kritisiert die Ausweisung von 144 irakischen, beinahe ausschließlich christlichen Bürgern aus den USA. Er erklärt sich laut Kathpress solidarisch mit den Angehörigen und drängt auf eine „humanitäre Lösung“.
Unter den festgenommenen Irakern seien viele seit langem in den USA wohnhaft, mehrere von ihnen sind Familienväter, die den Lebensunterhalt ihrer Familien verdienen. Laut der katholischen Nachrichtenagentur „Fides“ betonte Sako, dass keinerlei Verdacht gegen sie bestünde, der diese Maßnahmen rechtfertige. Laut „Baghdadhope“ sind viele der Festgenommen seit ihrer Kindheit in den USA, sprechen kein Arabisch, haben keine irakischen Personaldokumente und haben sogar in den US-Streitkräften gedient. Dass Menschen, die kein Arabisch sprächen und keinerlei Verbindungen mehr mit dem Irak hätten, in eine Region abgeschoben werden sollten, in der ihre Bürgerrechte nicht gesichert seien, sei ein gravierendes Risiko.
Die Menschen wurden am 11. Juni festgenommen, da sie sich unterschiedlicher Vergehen und Verbrechen schuldig gemacht hätten. Neben Sako fordern auch Bischöfe der chaldäisch-katholischen sowie der katholischen Kirche in den USA, die Abschiebung zu stoppen, da die meisten Festgenommenen sich Jahrzehnte lang ordentlich verhalten hätten. Hierzu sei bereits Kontakt mit US-Vizepräsident Michael Pence und Sicherheitsminister John F. Kelly hergestellt. Die USA und der Irak hätten die Rückführung einiger irakischer Bürger beschlossen, um den Irak von der „schwarzen Liste“ zu streichen, mit der US-Präsident Trump die Einreise von Bürgern aus sechs mehrheitlich muslimischen Ländern verhindern wolle.
Die chaldäisch-katholische Kirche ist eine vor allem im Irak und Syrien verbreitete katholische Ostkirche, die mit Rom uniert ist und ostsyrischen Ritus praktiziert. In der Liturgie wird auch Aramäisch gesprochen, die Sprache von Jesus Christus.