Frankfurter Börse
Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Montagnachmittag merklich an Schwung verloren und sein zwischenzeitlich kl...
Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Montagnachmittag merklich an Schwung verloren und sein zwischenzeitlich klares Plus mehr als halbiert. Händler machten dafür die Flaute an der Wall Street verantwortlich, wo der Dow-Jones-Index nach einer festeren Eröffnung zuletzt knapp ins Minus drehte.
Negative Impulse kamen zudem von erneut nachgebenden Ölpreisen und einem unerwartet deutlichen Rückgang der Aufträge für langlebige US-Güter. Leichte Schockwellen sandten die Edelmetallmärkte aus, wo der Goldpreis am Montag blitzartig rund 1,5 Prozent an Wert verlor.
Der DAX gewann letztlich 0,29 Prozent auf 12.770,83 Punkte, nachdem er zwischenzeitlich um rund 0,8 Prozent gestiegen war. Die zunächst deutlicheren Gewinne basierten auf Anzeichen eines ungebrochenen Wachstumskurses der deutschen Wirtschaft. So stieg der ifo-Geschäftsklimaindex im Juni und übertraf damit den Rekordwert vom Vormonat. Bankvolkswirte hatten dagegen mit einem leichten Rückgang gerechnet.
Der MDAX, in dem die mittelgroßen deutschen Unternehmen repräsentiert sind, schloss 0,20 Prozent höher bei 25.262,96 Punkten. Der Technologiewerte-Index TecDAX büßte 0,03 Prozent auf 2267,45 Zähler ein.
Unter den Einzelwerten standen deutsche Airline-Aktien mit deutlich gegenläufigen Bewegungen im Blickpunkt. So verteuerten sich die Papiere der Lufthansa um 3,06 Prozent auf 19,20 Euro, nachdem das Investmenthaus Mainfirst das Kursziel auf 25 Euro angehoben hatte. Es sei ein seltenes Phänomen, treffe aber in diesem Jahr wohl für die Lufthansa wie auch Air France-KLM zu: Steigende Durchschnittserlöse bei im Schnitt sinkenden Kosten, schrieb Analyst Johannes Braun.
Dagegen verloren die Aktien von Air Berlin letztlich mehr als 4 Prozent, hatten dabei aber zwischenzeitliche Verluste von rund 11,5 Prozent eingegrenzt. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte der schwer angeschlagenen Fluggesellschaft zwar weitere Unterstützung in Aussicht gestellt, eine Übernahme des Rivalen aber zieht der Manager momentan nicht in Betracht.
Bis Handelsschluss spannend blieb das Rennen um die Übernahme des Arzneimittelherstellers Stada. Nachdem die Annahmefrist für das Angebot der Finanzinvestoren Bain und Cinven abgelaufen ist, warten die Anleger auf die Veröffentlichung der endgültigen Annahmequote. 67,5 Prozent der Aktionäre müssen der Übernahme zustimmen, sonst scheitert der Deal. In diesem Fall drohen größere Kursverluste. Einen Vorgeschmack davon gab es am Montag, denn die Papiere sackten um mehr als 3 Prozent ab.
Im TecDAX zogen die Papiere von SLM Solutions um gut 1,5 Prozent an. Der 3D-Drucker-Hersteller erhielt einen Millionen-Auftrag aus China. Klarer Spitzenreiter im SDAX waren die Anteilscheine von Wacker Neuson mit einem Gewinn von mehr als 11 Prozent. Das Bankhaus Lampe hatte die Aktien des Baumaschinenherstellers zum Kauf empfohlen.
~ ISIN DE0008469008 ~ APA468 2017-06-26/18:23