Fed-Vertreter: Industriestaaten haben schwaches Langfristwachstum

Washington (APA/Reuters) - Ein führender Vertreter der US-Notenbank Federal Reserve sagt den Industriestaaten langfristig ein geringes Wirts...

Washington (APA/Reuters) - Ein führender Vertreter der US-Notenbank Federal Reserve sagt den Industriestaaten langfristig ein geringes Wirtschaftswachstum voraus.

Die Alterung der Gesellschaften in den USA, in der Eurozone, in Großbritannien und Kanada sowie eine geringere Zunahme der Produktivität ließen das Potenzialwachstum auf etwa 1,5 Prozent schrumpfen, sagte der Präsident des Fed-Bezirks von San Francisco, John Williams, am Dienstag.

Vor Ausbruch der Finanzkrise vor rund zehn Jahren lag die Rate des Wachstums, das über konjunkturelle Schwankungen hinweg langfristig bei einer normalen Auslastung der Produktionskapazitäten möglich ist, bei etwa dem Doppelten.

Um wieder höhere Zuwächse zu erreichen, sei entschlossenes Handeln der Politik nötig, sagte Williams. Dabei verwies er vor allem auf Investitionen in Bildung und Infrastruktur.

Bei einem derart schwachen Wachstum kommen auf die Notenbanken schwierige Zeiten zu. Denn die Nachfrage nach Investitionen dürfte bei niedrigeren Zuwachsraten ebenfalls geringer ausfallen. Das dämpft die Inflation, und die Notenbanken haben damit weniger Spielraum, um im Fall einer Krise die Wirtschaft mit Zinssenkungen in Schwung zu bekommen. Die US-Notenbank hat anders als die Europäische Zentralbank (EZB) bereits damit begonnen, die Zinsen anzuheben. Sie signalisierte nach der jüngsten Zinserhöhung im Juni zudem einen weiteren Schritt nach oben noch in diesem Jahr. Damit will sie eine Überhitzung der Wirtschaft verhindern.

~ WEB http://www.federalreserve.gov/ ~ APA215 2017-06-27/11:37