Ackerbauern hoffen auf kühlen und feuchten Hochsommer
Wien (APA) - Die Hitzeperiode der vergangenen Tage und Wochen setzt den Ackerbaukulturen also Feldfrüchten zu. Die Ackerbauern hoffen auf ei...
Wien (APA) - Die Hitzeperiode der vergangenen Tage und Wochen setzt den Ackerbaukulturen also Feldfrüchten zu. Die Ackerbauern hoffen auf einen kühlen und feuchten Juli und August. Obst- und Weinkulturen hat das Juni-Wetter hingegen noch nicht zugesetzt. Das sagten die entsprechenden Fachleute der Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ) auf APA-Anfrage.
Liegen die Temperaturen über 30 Grad Celsius, dann leiden alle Feldfrüchte, erklärte der Referatsleiter Pflanzliche Erzeugnisse Günther Rohrer. „Sie stellen das Wachstum ein.“ Zudem sei es in weiten Teilen Österreichs auch zu trocken. Und diese überdurchschnittliche Trockenheit im Juni führt laut dem Fachmann zu einer heuer größeren Schädlingsproblematik - etwa eine große Population des Maisschädlings Maiszünsler(larven).
Die am stärksten betroffenen Regionen sind das Nord- und Südburgenland, das Marchfeld, Wein-, Wald- und Mühlviertel sowie die Welser Heide. Untypisch ist laut Rohrer, dass vom pannonischen Raum bis hinein nach Oberösterreich Trockenheit herrscht. Zu trocken ist es auch in weiten Teilen Kärntens, der Steiermark und Teilen Tirols.
Aus derzeitiger Sicht ist nach Ausführungen des LKÖ-Fachmanns mit einer unterdurchschnittlichen Getreideernte zu rechnen. Seriöse Einschätzungen werden aber erst Anfang Juli möglich. Auch bei den Herbstkulturen rechnet Rohrer nicht mehr mit Spitzenerträgen. Aber bei Mais, Zuckerrüben und Erdäpfeln wird der Sommer noch entscheidender als beim Getreide. Kartoffeln und Rüben brauchen es durchwegs eher feucht, der Mais vor allem beim Ansetzen. „Ein kühler, feuchter Juli und August wären hilfreich“, sagt Rohrer.
Grundsätzlich erkennt Rohrer einen Trend zu einer Klimaerwärmung, auch wenn er betont, kein Klimaforscher zu sein. Es gebe längere Feucht- und längerer Trockenperioden als in früheren Jahren. Heuer seien geringe Winterniederschläge mit einer frühen Hitzephase zusammengetroffen. Darunter litten die Wurzelsysteme der Ackerkulturen: Zuerst bildeten die Pflanzen schwache Wurzeln aus, in der Wachstumsphase wurde es beispielsweise der Sommergerste dann rasch zu heiß.
Gebiete mit normaler Feuchtigkeit sind heuer in Teilen Oberösterreichs und entlang der Donau immer wieder zu finden. Dort gab es mehr Niederschlag dank Gewittern, sagte Rohrer.