Albaniens Regierungschef Rama ist klarer Sieger der Parlamentswahl

Tirana (APA/AFP) - Der sozialistische Regierungschef Edi Rama ist als klarer Sieger aus der Parlamentswahl in Albanien hervorgegangen. Auf d...

Tirana (APA/AFP) - Der sozialistische Regierungschef Edi Rama ist als klarer Sieger aus der Parlamentswahl in Albanien hervorgegangen. Auf die Sozialisten entfielen knapp 50 Prozent der Stimmen, wie aus den am Dienstag vorliegenden Ergebnissen nach Auszählung von mehr als 95 Prozent der Stimmzettel hervorgeht. Damit verfügt Ramas Partei im neuen Parlament über 74 von 140 Sitzen.

An zweiter Stelle folgt die konservative Demokratische Partei von Oppositionsführer Lulzim Basha mit knapp 30 Prozent. Ramas bisheriger Koalitionspartner, die Sozialistische Bewegung für Integration (LSI) von Präsident Ilir Meta, kam auf einen Stimmenanteil von etwa 15 Prozent.

Ein Parteifreund des Regierungschefs, Tiranas Bürgermeister Erion Veliaj, feierte im Kurzbotschaftendienst Twitter den „Sieg einer Politik des Fortschritts, der Reformen und der europäischen Perspektive“. Die Wahlbeteiligung lag bei weniger als 50 Prozent - und damit niedriger als je zuvor seit dem Untergang des Kommunismus Anfang der 90er-Jahre.

Nachdem vorangegangene Wahlen in Albanien immer wieder von Gewalt und Betrugsvorwürfen überschattet waren, verlief der Urnengang diesmal ohne größere Zwischenfälle. Rund 3.000 Wahlbeobachter waren im Einsatz, darunter mehr als 300 Ausländer.

Der Ausgang der Wahl dürfte auch ein wichtiges Signal für Brüssel sein: Tirana ist seit 2014 offizieller EU-Beitrittskandidat und hofft auf einen Beginn der Beitrittsverhandlungen noch in diesem Jahr. In ihrem jüngsten Bericht zu Albanien kritisierte die EU das weiterhin langsame und ineffektive Justizsystem sowie weitverbreitete Korruption. Auch der Drogenhandel in dem südosteuropäischen Land ist ein Problem.

Albanien gehört zu den ärmsten Staaten Europas. Das durchschnittliche Monatseinkommen liegt bei nur 340 Euro. Viele junge Albaner gehen angesichts von Arbeits- und Perspektivlosigkeit ins Ausland. Mittlerweile leben dort 1,2 Millionen Albaner. 2,9 Millionen Einwohner blieben im Land. Ein Drittel der Jugend im erwerbsfähigen Alter ist arbeitslos.