Zürcher Börse schließt im Minus

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handelstag am Dienstag im Minus beendet. Vor allem Gewinnmitnahmen beim Schwergewic...

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handelstag am Dienstag im Minus beendet. Vor allem Gewinnmitnahmen beim Schwergewicht Nestlé waren dafür verantwortlich, dass sich der Leitindex SMI durchgängig in der Verlustzone hielt, auch wenn er sich vom Tagestief etwas absetzen konnte. Zu Wochenbeginn hatten Nestlé-Aktien dem Markt noch auf ein Jahreshoch verholfen.

Die Nachrichtenlage wurde vor allem von Konjunkturdaten und den Notenbanken dominiert. Investoren reagierten unentschlossen auf eine Rede von EZB-Chef Mario Draghi. Darin habe er deutlich gemacht, dass die schwache Inflation im Euroraum aus seiner Sicht vor allem auf zeitlich begrenzte Entwicklungen zurückzuführen ist. Dies spricht laut Experten für eine über kurz oder lang weniger lockere Geldpolitik. Am Abend wird auch Fed-Chefin Janet Yellen eine Rede halten. Zuletzt hatten sich einige Mitglieder der US-Notenbank dafür ausgesprochen, den Leitzins eher später als früher erneut anzuheben. Die Daten aus den USA fielen unterschiedlich aus. Zudem senkte noch der IWF seine Wachstumsprognose für die USA.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss mit einem Abschlag von 0,53 Prozent bei 9.072,92 Punkten. Sein Tagestief hatte er im frühen Handel bei 9044 markiert, sein Jahreshoch am Vortag bei 9.149 Zählern. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die größten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verlor 0,33 Prozent auf 1423,05 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,58 Prozent auf 10.297,96 Punkte.

Nestlé gaben am Ende um 1,6 Prozent nach auf 84,50 Franken. Am Vortag hatten sie mit dem Einstieg des aktivistischen Investors Daniel Loeb bei 86 Franken ein Rekordhoch erreicht. Loeb fordert vom Nestlé-Management unter anderem den Verkauf der L‘Oréal-Beteiligung und damit verbunden großangelegte Aktienrückkäufe. bei der Société Générale glauben die Experten nicht, dass sich mit dem Einstieg von Third Point an der Ausgangslage viel verändert habe. Sie senkten ihr Rating auf „Hold“. Die Vorschläge seien nicht neu und würden vom Management bereits geprüft. Der Umbau werde aber Zeit beanspruchen.

Neben Nestlé fielen mit Aryzta (-1,7 Prozent) und Lindt & Sprüngli (-1,5 Prozent) noch weitere Vertreter aus der Nahrungsbranche deutlich zurück. Deutlich abwärts ging es ohne Nachrichten auch für die Aktien von Swatch (-1,5 Prozent). Konkurrent Richemont (-0,3 Prozent) hielt sich deutlich besser.

Auf der Verlierer-Liste fielen noch Neuzugang Partners Group (-1,2 Prozent) und die beiden Gesundheitskonzerne Sonova (-1,2 Prozent) und Vifor (-1,0 Prozent) mit größeren Abgaben auf. Beim Versicherer Bâloise (-1,2 Prozent) machte sich die Gewinnwarnung der mehrheitlich übernommenen Immobiliengesellschaft Pax Anlage (Aktie unv.) bemerkbar.

Die anderen beiden Schwergewichte, Novartis (-0,7 Prozent) und Roche (+0,1 Prozent), tendierten uneinheitlich. Beide hatten kleinere Erfolge im Produktportfolio gemeldet, die am Markt aber kaum mehr als eine Randnotiz wert waren.

Die überschaubare Gewinner-Liste führen die Aktien der beiden Großbanken UBS und Credit Suisse (beide +1,9 Prozent) an. Bereits am Montag hatte die Staatsrettung zweier italienischer Regionalbanken dem europäischen Bankensektor Auftrieb verliehen.

~ ISIN CH0009980894 ~ APA563 2017-06-27/19:40