„Europa kann ambitionierte CO2-Ziele nur mit Erdgas erreichen“
Wien (APA) - Wenn Europa seine ambitionierten CO2-Reduktions-Ziele erreichen will, hat es keine andere Wahl, als auf Erdgas zu setzen. Dies ...
Wien (APA) - Wenn Europa seine ambitionierten CO2-Reduktions-Ziele erreichen will, hat es keine andere Wahl, als auf Erdgas zu setzen. Dies sagte Hossein Adeli, Generalsekretär des Gas Exporting Countries Forum (GECF), dessen 13 Mitglieder für zwei Drittel des globalen Gasexports stehen, in einem „Presse“-Interview (Mittwoch-Ausgabe). Mit Erneuerbaren dagegen wäre es ein langer Weg, so Adeli.
Russisches Gas sei nah und billig, und man wisse, dass Gas eine saubere Energiequelle ist, so der Vertreter der Gasexporteure, der in dem Zusammenhang die Skepsis Brüssels zum Ausbau der russischen Ostseepipeline Nord Stream nicht verstehen kann: „Wir nehmen Spuren gewisser geopolitischer Überlegungen in der EU-Skepsis gegenüber Nord Stream 2 wahr.“
Die Prognose der GECF mit Sitz in Katar sei, dass der Gasbedarf in Europa wachsen werde, stetig und nicht jäh. Verflüssigtes Erdgas (LNG) werde an Bedeutung gewinnen. Heute beziehe Europa 88 Prozent seines Gasbedarfes über Pipelines, den Rest in Form von LNG. Viele Länder wollten ihre Bezugsquellen diversifizieren, aber gewöhnlich sei LNG wegen des Investitionsbedarfs teurer als Pipelinegas.
Weltweit werde der Gasbedarf bis zum Jahr 2040 um 50 Prozent zunehmen. Der Gasanteil am Energiemix von heute etwa 22 Prozent werde bis dahin 26 Prozent betragen, sofern die Tendenz anhalte, sagte Adeli.