Radsport: Direktor Steinberger will „Wanderzirkus“ länger leiten
Wien (APA) - Franz Steinberger hat als kurzfristig eingesetzter Direktor der Österreich-Radrundfahrt intensive Wochen hinter sich. „Diesen W...
Wien (APA) - Franz Steinberger hat als kurzfristig eingesetzter Direktor der Österreich-Radrundfahrt intensive Wochen hinter sich. „Diesen Wanderzirkus zu organisieren, ist immer eine Herausforderung. Natürlich gibt es sehr viel zu tun, aber ich habe ein hervorragendes Team, das auf Hochtouren arbeitet“, betonte der 56-Jährige wenige Tage vor dem Auftakt am Sonntag in Graz.
Steinberger war Mitte Mai für den aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit dem österreichischen Radsport-Verband zurückgetretenen Gernot Schaar eingesprungen. Davor hatte ihn Schaar für Marketingaufgaben ins Team geholt habt. Steinberger hat die Rundfahrt bereits 2004 gemeinsam mit Rolf Slavik organisiert, im darauf folgenden Jahr zeichnete er als Direktor hauptverantwortlich.
Für ihn sei die neuerliche Übernahme der Chefagenden nach zwölf Jahren Pause eine „Bauchentscheidung“ gewesen, die sich als richtig erwiesen habe. „Es war kein Nachteil, dass ich das Geschäft schon kenne“, betonte Steinberger. Gleich nach seinem Amtsantritt musste er zwei fehlende Etappenorte finden. Aufgrund des engen Zeitplans sei die Rundfahrtabwicklung schon eine Challenge, bemerkte Steinberger. Dabei dürfte wohl auch wieder Improvisationstalent gefragt sein. Davon solle nach außen hin aber nichts zu merken sein, hofft der Tour-Direktor.
Der gelernte Mentalcoach, Energiehandelsunternehmer und frühere Sprecher von Radsport- und Skiveranstaltungen will die Rundfahrt auch 2018 und darüber hinaus noch leiten. Hierzu werde es aber erst nach der anstehenden Auflage Verhandlungen geben. „Wir führen Gespräche über einen nachhaltigen Weg, der längerfristig geplant ist“, sagte der Vizebürgermeister der oberösterreichischen Gemeinde Lichtenberg.
Die Veranstaltung muss auch heuer ohne die für Werbepartner wichtigen TV-Liveübertragungen auskommen. Der ORF zeigt abendliche Zusammenfassungen der Teilstücke. „Das Budget für Live-Etappen ist nicht da. Das war in der Kürze nicht realisierbar. Aber ich sehe die Zukunft schon in der Live-Berichterstattung“, stellte Steinberger klar. Dabei wolle und könne er sich aber nicht nur auf den ORF beschränken.
Eine Budgetsteigerung ab 2018 ist jedenfalls das erklärte Ziel. Dafür schwebt dem Tour-Chef ein Mix aus bestehenden Sponsoren und „neuen Wegen“ vor. „Wir müssen eine Medialisierung erreichen, die für die Wirtschaft interessant ist.“
Für die 70. Auflage im kommenden Jahr ist eine Kooperation mit den Veranstaltern der WM 2018 in Innsbruck geplant. Auch die Wiedereinführung eines Einzelzeitfahrens ist ein wichtiger Faktor. „Das wird in Zukunft sicher wieder eine Rolle spielen müssen. Dann hat man einen breiteren Favoritenkreis.“
Zu diesem zählt er heuer auch den Oberösterreicher Riccardo Zoidl. „Er fürchtet sich vor keiner Konkurrenz und hat sich akribisch vorbereitet. Ich glaube, dass seine Chance seriös ist.“ Aus internationale Sicht hat Steinberger vor allem die Russen Ilnur Sakarin und Alexander Foliforow sowie den Italiener Davide Formolo auf der Rechnung. Die gute Besetzung sei wichtig. „Die Konkurrenz ist sehr hochwertig, das tut der Rundfahrt gut.“