Filmmonat Juli: Filmgenuss open-air und inklusiv
Wien (APA) - Österreichweit sprießen Open-Air-Kinos aus dem Boden, zeigen großteils jüngste Publikumslieblinge. Andere haben da mit kuratori...
Wien (APA) - Österreichweit sprießen Open-Air-Kinos aus dem Boden, zeigen großteils jüngste Publikumslieblinge. Andere haben da mit kuratorischer Handschrift schon mehr Festivalcharakter - Frameout und dotdotdot in Wien etwa. Und auch im Sommer-Blockbuster-Programm sticht neben vorprogrammierten Hits wie „Ich - Einfach unverbesserlich 3“ ein originelles, musikalisches Action-Feuerwerk wie „Baby Driver“ heraus.
dotdotdot im Wiener Volkskundemuseum (4. Juli bis 1. September): 170 Filme sind beim Open-Air-Kurzfilmfestival dotdotdot im idyllischen Garten des Volkskundemuseums zu sehen - jeweils donnerstags und freitags bei Dämmerung und freiem Eintritt. Anlässlich des 100. Jahrestags des Museums feiert man gleich doppelt Eröffnung: Bereits am 4. Juli wird zum gemeinsamen Sommerfest, am 6. Juli dann zur offiziellen Festivaleröffnung geladen. Gezeigt wird die US-Kurzfilmserie „Shatterbox Anthology“, die Geschichten von Frauen und Independentfilmerinnen sichtbar macht und u.a. das Regiedebüt von Schauspielerin Chloe Sevigny, „Kitty“, umfasst. In den weiteren sieben Wochen wird der Fokus u.a. auf Kinderfilme, Diversität im österreichischen Film, europäische Romas sowie Künstlerin und Filmemacherin Bady Minck gelegt.
Juvinale Salzburg (5. bis 9. Juli): Manch heimischer Nachwuchsfilmer, so ist das Team der Juvinale überzeugt, könne sich ohne weiteres „mit Größen wie Martin Scorsese oder den Coen Brüdern messen“. Junge Talente in den Fokus zu rücken und ihnen die Vernetzung zu erleichtern, ist deshalb das erklärte Ziel des Salzburger Nachwuchsfilmfestivals, das neben Filmvorführungen im Das Kino auch Workshops, Open-Air-Screenings und „Speed-Pitchings“ umfasst und am Ende drei Juvinale Awards vergibt. Zur Eröffnung zeigt man die Vorpremiere von „Die beste aller Welten“, dem Debütfilm des 26-jährigen Salzburgers Adrian Goiginger.
frame[o]ut im Museumsquartier Wien (7. Juli bis 26. August): Das digitale Sommerfilmfestival frame[o]ut zeigt auch in seinem zehnten Jahr bei freiem Eintritt Filme auf der Outdoor-Leinwand im Wiener Museumsquartier. Spiel-, Dokumentar-, Kurz- und Experimentalfilme stehen an 16 Abenden freitags und samstags ab 21.30 Uhr an. Den Auftakt macht die mit dem Großen Diagonale-Spielfilmpreis ausgezeichnete schwarze Komödie „Die Liebhaberin“ des in Argentinien lebenden Salzburgers Lukas Valenta Rinner, der persönlich anwesend sein wird; zuvor spielt Clara Blume samt Band auf. In weiterer Folge kooperiert man für einzelne Abende mit diversen Festivals, darunter this human world, YOUKI und zum Abschluss dem Cat Video Festival der Vienna Shorts Agentur.
Filmcasino für Alle (ab 9. Juli): Sitzen in Dunkelheit, grelle Bilder auf der Leinwand, Geräusche rundherum: Ein Kinobesuch stellt für viele Menschen eine unüberwindbare Reizüberflutung dar. Das Wiener Filmcasino ruft deshalb im Juli die neue Programmschiene „Filmcasino für Alle“ ins Leben: Bei „Sensory Friendly Screenings“ bleibt das Saallicht etwas an und ist der Filmton leiser. Der Titel ist Programm, sollen doch Menschen mit und ohne Handicap sowie Kinder die Vorführungen besuchen und im Anschluss miteinander ins Gespräch kommen. Als Auftakt wird die berührende US-Doku „Life, Animated“ (9. Juli, 14 Uhr) über einen jungen Mann mit Autismus gezeigt, der sich mittels Disney-Filmen die Welt erklärt.
Filmvorführungen bei impulstanz (13. Juli bis 13. August): Wiens internationales Tanzfestival breitet sich diesen Sommer nicht nur auf Bühnen und in Museen aus, sondern schlägt seine Zelte auch im Kinosaal auf. So wird begleitend zu Michael Laubs Eröffnungsproduktion „Fassbinder, Faust and the Animists“ Rainer Werner Fassbinders „Beware of a Holy Whore“ aus dem Jahr 1971 am 15. Juli bei „Kino wie noch nie“ im Augarten und am Folgetag indoor im Metro Kinokulturhaus gezeigt. Drei weitere Filme sind im mumok Kino angesetzt, Herzstück ist hier „Union of the North“: In der Gemeinschaftsproduktion des renommierten Medienkünstlers Matthew Barney, der isländischen Choreografin Erna Omarsdottir und ihres Musiker-Ehemanns Valdimar performen Tänzer der Icelandic Dance Company ein Hochzeitsritual.
„Chasing Trane: The John Coltrane Documentary“ im Wiener Gartenbaukino (17. Juli): „Er war das Neue“, sagte der Brite Ronnie Scott einmal über den legendären Saxofonisten John Coltrane. „Wenn je etwas neu gewesen ist im Jazz, dann war es John Coltrane!“ Der renommierte Dokumentarfilmer John Scheinfeld („Die USA vs. John Lennon“) widmet sich dem Exzentriker, der im Juli 1967 mit erst 40 Jahren starb, in „Chasing Trane“. Universal Music Austria und das Gartenbaukino zeigen die 2016 erschienene Doku anlässlich des 50. Todestags des Jazz-Visionärs erstmalig in Europa auf der großen Leinwand.
(S E R V I C E - www.gartenbaukino.at, http://frameout.at, www.juvinale.at, http://filmcasino.at, www.impulstanz.at, http://dotdotdot.at)
((A V I S O - Die APA hat zuvor gesondert ausführliche Vorschauen auf Sommerkinos versendet. Diese sind unter APA252 vom 26. Mai (Wien) sowie APA052 und APA053 vom 7. Juni (Bundesländer) abrufbar.))