Bezirk Imst

Pitztaler Förderprogramm auf Schiene gebracht

© Reichle

Der Planungsverband Pitztal hat das Regionalwirtschaftliche Programm beschlossen. Erste Förderungen sollen 2018 fließen.

Von Matthias Reichle

Arzl im P. –Zehn Millionen in zehn Jahren – damit ist das Regionalwirtschaftliche Programm Pitztal in wenigen Worten umrissen. Vorgestern wurde die Förderschiene, mit der das Land einen Investitionsschub im Tal auslösen will, im Planungsverband Pitztal beschlossen, gestern folgte dann die Vorstellung vor den Medien. Landeshauptmann Günther Platter verglich Tirol mit einem Baum: „Der Stamm – also die Städte – ist wichtig. Es braucht aber auch blühende Äste, das sind die Täler“, betonte er. Man will jungen Leuten wieder eine Zukunftsperspektive geben – „so leicht ist das im Pitztal nicht“. Er wolle die Region nicht schlechtreden – „es wird viel getan, aber man muss mehr tun“.

Das Pitztal ist bereits die vierte Region Tirols, die in den Genuss einer besonderen Förderung kommen soll – nach dem Lechtal, dem Oberen Gericht und dem Iseltal.

Formal sind noch einige Beschlüsse notwendig: Im September wird die Landesregierung ihre Zustimmung erteilen, bevor es im Oktoberlandtag behandelt werden kann, erklärte der Landeshauptmann den groben Fahrplan. „Dort gibt es einen breiten Konsens.“ Die Förderperiode beginnt dann mit 1. Jänner 2018 – das heißt aber auch, dass nur Projekte in den Genuss der Mittel kommen, die danach gestartet werden. Man erwartet sich, dass die zehn Millionen Euro wie ein „Hebel“ wirken, sprich, dass wie im Lechtal knapp 100 Mio. Euro an Investitionen ausgelöst werden.

Im Programm gibt es mehrere Schwerpunkte. Ein Ziel ist, Arbeitsplätze zu sichern und zu schaffen. Gefördert werden Betriebserweiterungen und - verbesserungen. Man will aber auch touristische Infrastruktur aufbauen, hier soll es einige „Leuchtturmprojekte“ geben. Dritter Teil des Programms ist schließlich, die Lebensqualität in den Gemeinden aufzuwerten – mit einem Schwerpunkt Digitalisierung und Internet.

Über 200 Personen haben an der Erstellung des Programms mitgearbeitet. Verwaltet wird die Förderschiene künftig von Regio Imst. Zusätzlich gibt es ein Gremium, in dem neben dem Bezirkshauptmann zwei Bürgermeister, zwei Landesvertreter und der TVB als Stimmberechtige über die einzelnen Projekte entscheiden.

Am Programm sollen vom kleinen bis zum großen Betrieb möglichst viele teilnehmen, betonte der Planungsverbandsobmann und Jerzner Bürgermeister Karl Raich. „Es werden damit Investitionen ermöglicht, die sonst nur sehr schwer möglich wären.“ Dank für die Chance gab es auch vom Wenner Bürgermeister Walter Schöpf und von TVB-Geschäftsführer Gerhard Gstettner. „Es ist eine Chance für das touristische Angebot“, betonte er. Nicht nur eine Möglichkeit, bei der Infrastruktur aufzuholen, sondern auch für die Verbesserung der Bettenqualität.

Ein Tourismusprojekt ist bereits sehr konkret – das Pitztaler Steinbockzentrum soll mit Mitteln aus dem Programm finanziert werden. Ein zweites, von dem sich Platter viele Chancen für das Tal erhofft und das sich derzeit bei der Umweltverträglichkeitsprüfung befindet, ist übrigens nicht förderwürdig: die Liftverbindung mit dem Ötztal. Pisten und Lifte bekommen nämlich keine Förderung.

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