Junge Flüchtlinge bringen in Wörgl ihr Leben auf die Bühne
Wörgl – Das außergewöhnliche Theaterprojekt vom Theater unterLand „Fremd daheim. Daheim fremd“ zeigt, was mit Liebe, Leidenschaft und Ausdau...
Wörgl –Das außergewöhnliche Theaterprojekt vom Theater unterLand „Fremd daheim. Daheim fremd“ zeigt, was mit Liebe, Leidenschaft und Ausdauer beim Theater alles möglich wird: Junge Flüchtlinge bringen ihr Leben zwischen zwei Welten auf die Bühne. Die Szenen erarbeiteten sie gemeinsam mit Regisseurin Irene Turin, gespielt wird mit herzerfrischender Spielfreude auf Deutsch.
Die vor Kurzem erfolgte Premiere war ein Riesenerfolg – mit Überraschungen. Wegen des enormen Publikumsandrangs musste kurzerhand die Saalbestuhlung im Komma aufgestockt werden. Die Besucher erlebten dann einen unterhaltsamen und witzigen, aber auch nachdenklich stimmenden, sehr berührenden Theaterabend, bei dem alle Mitwirkenden höchste Bewunderung und tosenden Applaus ernteten.
Die monatelange, unter nicht ganz einfachen Bedingungen erfolgte Probearbeit hat sich über die Bühne hinaus in mehrfacher Hinsicht gelohnt. Denn das Resultat ist nicht nur ein äußerst sehenswerter Theaterabend. Besser hätte die Idee der Wörgler Theater-Macherin Irene Turin gar nicht Gestalt annehmen können – inklusive der beabsichtigten „Nebenwirkungen“ hinsichtlich des Spracherwerbs und Kennenlernens der kulturellen Verhaltensweisen. Was auch bedeutet, über den eigenen Schatten zu springen – wenn etwa ein Auftritt das Tragen von Frauenkleidern erfordert.
Die Szenen stellen Alltagssituationen dar – beim Arzt, in der Schule, die gerade für Mädchen keine Selbstverständlichkeit sind; die unterschiedlichen Vorstellungen von Vätern und Töchtern, wenn’s ums Heiraten geht. Aber auch die Situation von Alleinerzieherinnen in den Herkunftsländern der jungen Flüchtlinge aus Afghanistan und dem Iran vermitteln einen Einblick in die Herausforderungen und Lebensumstände, mit denen die Jugendlichen konfrontiert sind. (vsg)