FP-Mandatare orten Schönfärberei am Venet
Der jüngste Infoabend für die Gemeinderäte von Landeck und Zams sind der FPÖ ein Dorn im Auge. Venet-Führung verhandelt mit Seilbahnprofi.
Von Helmut Wenzel
Landeck, Zams –„Nur 53.000 Euro Betriebsabgang im Geschäftsjahr 2016/17. Wenn sonst alles andere in Ordnung wäre, könnte man sich fast freuen.“ So reagierten die FP-Mandatare Mathias Venier (Zams) und Roland König (Landeck) nach dem Informationsabend für die Gemeinderäte der beiden Hauptaktionäre (Gemeinden Landeck und Zams) kürzlich im städtischen Rathaus.
Die Venet-Funktionäre, die gleichzeitig ein politisches Mandat bekleiden, würden vorsätzlich Schönfärberei betreiben, stellen König und Venier fest. In Wahrheit sei die Lage des Seilbahn-Unternehmens dramatisch wie nie zuvor. Die Venet AG stehe in Hinblick auf das Auslaufen der Konzession 2027 vor enormen Investitionen. „Die Frage ist, ob es die Gondelbahn weiterhin geben wird. Da steht zum Beispiel der Tausch der Tragseile an, das kostet eine Million Euro“, schilderte Venier. Zudem werde es keine Mittelstation mehr geben, die Tage des Sesselliftes auf der Venet-Südseite seien gezählt.
„In der Debatte haben uns die Vorstände nur ungern über Details informiert“, kritisierte der Zammer Mandatar. „Es ist sogar vorgeschlagen worden, alle Angelegenheiten rund um den Venet nur noch im vertraulichen Teil der Gemeinderatssitzung zu behandeln.“ Derartiges komme für die FPÖ nie in Frage. „Es handelt sich ja um Steuergelder, die in das Unternehmen gepumpt werden, mindestens eine Million Euro jährlich.“ Sehr wohl sehe man den Wert und Stellenwert, den die Freizeiteinrichtung im Talkessel hat – für Kinder und Jugend, für die Einheimischen und für den Tourismus. Dass jedoch Führungspositionen des Unternehmens über Jahre hinweg von Kommunalpolitikern ohne Fachkompetenz besetzt werden, sei untragbar. Der Landecker FP-Stadtrat König urgierte vorige Woche in der Gemeinderatssitzung, er bekomme keine Unterlagen über das Unternehmen: „Ich erwarte den mittelfristigen Soll-Ist-Vergleich, wie vom Aufsichtsrat zugesagt.“
Die „blaue Schwarzmalerei“ zur Venet-Zukunft sei entbehrlich, erwidern die Venet-Funktionäre. Vorstand BM Siggi Geiger sagte: „Die Herausforderungen sind uns sehr wohl bekannt. Es wird eine ,Arbeitsgruppe 2027‘ geben, die sich mit den anstehenden Fragen befasst und Lösungen vorschlägt.“
Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Hittler räumte ein, dass die Führungspositionen mangels Alternativen mit ehrenamtlich tätigen Gemeindepolitikern besetzt seien. „Das könnte sich in absehbarer Zeit ändern.“ Man stehe in Verhandlungen mit einem Oberländer Seilbahnprofi. Steige dieser ein, so würden sich die Polit-Vorstände unverzüglich zurückziehen.