Europas Leitbörsen zu Mittag einheitlich schwächer

Frankfurt am Main (APA) - An den europäischen Aktienmärkten ist es am Mittwoch zu Mittag weiter bergab gegangen. Neben dem starken Euro, der...

Frankfurt am Main (APA) - An den europäischen Aktienmärkten ist es am Mittwoch zu Mittag weiter bergab gegangen. Neben dem starken Euro, der die Exportchancen europäischer Unternehmen schmälert, drückte der erneute Kursrutsch an der US-Technologiebörse Nasdaq auf die Stimmung.

Der 50 führende Unternehmen der Eurozone umfassende Euro-Stoxx-50 verlor 0,42 Prozent auf 3.523,50 Punkte. Der DAX in Frankfurt notierte gegen 12.00 Uhr mit 12.590,84 Punkten und minus 0,63 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London verlor leicht um 0,19 Prozent und steht nun bei 7.419,94 Stellen.

Bereits am Vortag hatte der Euro kräftig zugelegt, nachdem sich EZB-Präsident Mario Draghi auf der alljährlichen Notenbankkonferenz im portugiesischen Sintra zuversichtlich für das Wachstum im Euroraum gezeigt hatte. Draghi habe einen ersten Schritt in Richtung einer weniger lockeren Geldpolitik getan, kommentierte der Chefvolkswirt für Europa bei der Großbank UniCredit.

Auch aktuelle Konjunkturdaten rückten zur Wochenmitte in den Fokus: So ist die Geldmenge im Euroraum im Mai etwas stärker gewachsen als zuletzt. Nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) erhöhte sich die breit gefasste Geldmenge M3 zum Vorjahresmonat um 5,0 Prozent. Experten hatten dies erwartet.

Unter den Einzelwerten mussten die Aktien von Philips ein Minus von 1,2 Prozent verbuchen. Der niederländische Elektrokonzern geht weiter auf Einkaufstour und will das amerikanische Medizintechnikunternehmen Spectranetics für 38,50 Dollar je Aktie übernehmen. Inklusive Schulden würde die Firma mit 1,9 Milliarden Euro bewertet. Der angekündigte Rückkauf eigener Aktien im Wert von bis zu 1,5 Milliarden Euro half den Philips-Titeln nicht.

Mit am besten hielt sich in Europa der Index der Lebensmittel-und Getränkehersteller. Neben der traditionellen Widerstandsfähigkeit der Branche in einem schwachen Marktumfeld stützte ein Kursanstieg von 1,6 Prozent bei Nestlé. Einen Tag nach dem Einstieg des aktivistischen US-Investors Daniel Loeb hatte der Schweizer Lebensmittelhersteller Pläne für die künftige Ausrichtung vorgestellt und ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 20 Milliarden Franken bis Ende Juni 2020 angekündigt.

Bei ABN Amro mussten die Anleger einen Kursverlust von 2,2 Prozent auf 22,72 Euro verkraften, nachdem der niederländische Staat einen weiteren Anteil an der Bank verkauft hatte. Die Regierung habe 65 Millionen Aktien zu je 22,75 Euro platziert, wie die für die Verwaltung der Staatsbeteiligung zuständige Gesellschaft NLFI am Mittwoch mitteilte.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA234 2017-06-28/12:06