Greif Center plant in Innsbruck Ausbau mit Hotel und Großkino
Wetscher Immobilien will in Innsbruck bis zu 50 Millionen Euro investieren. Die Frage eines Architekturwettbewerbes bleibt ein zentraler Knackpunkt.
Von Manfred Mitterwachauer
Innsbruck –Das Greif Center an der östlichen Einfahrt nach Innsbruck ist in die Jahre gekommen und harrt einer Revitalisierung. Diese will die Eigentümerin, die Wetscher Immobilien GmbH, nun in Angriff nehmen, wie Geschäftsführer Martin Wetscher auf TT-Anfrage bestätigt. Die umfangreichen Vorplanungen laufen bereits seit zwei Jahren, eine detaillierte Projektstudie des Innsbrucker Büros ATP Architekten Ingenieure liegt vor. Derzufolge sollen die Shoppingflächen neu organisiert sowie die Kundenfläche um 1000 m² und die Gesamtnutzfläche um 1700 m² vergrößert werden. Viel mehr ins Auge sticht aber das Ansinnen, auf diesem Areal (18.800 m²) zusätzlich noch ein Großkino (acht Säle; 1800 Sitzplätze), eine Bowlinghalle (acht bis zehn Bahnen), ein Hotel mit bis zu 200 Betten auf drei Geschoßen über dem Center und ein Parkdeck mit 400 Stellplätzen unterzubringen.
Es handle sich um ein „spannendes Projekt mit vielen Optionen“, sagt Wetscher. Und das in einem sich wandelnden Umfeld. Das Investitionsvolumen läge zwischen 40 bis 50 Millionen Euro. Gerade das Plus an Unterhaltung und Gastronomie soll dem Greif Center neuen Schwung verleihen. Das fachmarktähnliche Angebot soll jedoch erhalten bleiben.
Die Stadt steht den Ausbauplänen positiv gegenüber, sagt Planungsstadtrat Gerhard Fritz (Grüne). Insbesondere die vor Wochen präsentierte Hotelstudie der Stadt unterstreiche den Bedarf an zusätzlichen Betten im Bereich Budgethotel. Doch darin liegt auch die Crux: Für die Errichtung eines Hotels müssen Flächenwidmungs- und Bebauungsplan geändert werden. Stadtplanung und Gestaltungsbeirat fordern aber die Abhaltung eines Architekturwettbewerbes anstatt der von Wetscher ins Auge gefassten Direktvergabe. Auch Fritz hält einen Wettbewerb für „das Mittel der Wahl“.
Nicht so Wetscher. Er verweist auf den internationalen Ruf von ATP, die dem Grunde nach abgeschlossenen Planungen und darauf, dass „die Idee eines Wettbewerbes von Seiten der Stadt erst sehr spät aufgekommen“ sei: „Wir wollen an dieser Stelle kein Architekturdenkmal setzen.“ Als Kompromiss schlägt Wetscher eine Weiterentwicklung der Projektstudie in Zusammenarbeit mit dem Gestaltungsbeirat vor. Ob dem der heute tagende Bauausschuss zustimmen wird, ist fraglich. Sollte der Ausschuss auf einem Wettbewerb bestehen, könnte dies aber das Aus für die Hotelpläne bedeuten.
Hinsichtlich des Kinos hat Wetscher das bis dato am Südring beheimatete Cineplexx im Visier: „Das wäre eine sehr gute Option, aus der Stadt herauszusiedeln.“ Aus dem Magistrat heißt es, die Betreiber würden bereits seit geraumer Zeit einen neuen Standort suchen, da die Mietverträge auslaufen würden.
Cineplexx-Geschäftsführer Christof Papousek verweist dies alles ins Reich der Gerüchte. Zwar habe es ein Gespräch mit Wetscher gegeben, die Projektentwicklung sei aber „nur eine Idee“: „Wir haben ein langfristiges Bestandsverhältnis mit dem Eigentümer und werden dort noch sehr lange ein Kino betreiben.“ Am aktuellen Standort seien deshalb bereits neue Investitionen in Planung.