Die Grünen

Liste Pilz wäre eine Option für Öllinger

Diskurs in neuem Grün: Peter Pilz (r.) im Gespräch mit Karl Öllinger und Harald Walser (l.) während der Nationalratssitzung am Mittwoch.
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Droht die Spaltung der Grünen? Peter Pilz kokettiert damit, bei der Wahl anzutreten. Sein Parteifreund Öllinger könnte für diese Liste kandidieren.

Von Michael Sprenger

Wien –„So wie sich die Grünen augenblicklich verhalten, entsteht viel Platz. Die Chance für eine neue Liste ist gegeben“, sagt Karl Öllinger im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung. Er selbst wird nicht mehr für die Grünen kandidieren. Sein lang gehegter Plan sah vor, mit 15. Oktober in den parteipolitischen Ruhestand zu treten.

Dies könnte sich jetzt ändern. „Ich weiß nicht, ob (Sicherheitssprecher und Anti-Eurofighter-Kämpfer) Peter Pilz mit einer eigenen Liste antritt. Die Zurufe werden immer lauter. Und ich kenne den Peter gut. Ihn sticht schon einmal der Hafer.“ Und, fügt Öllinger hinzu: „Kommt es zu einem Antreten, dann wäre dies auch eine Option, mich für diese Liste zu engagieren. Ja, ich könnte mir sogar eine Kandidatur vorstellen.“

Öllinger ist ob des Zustands seiner Grünen jedenfalls schwer enttäuscht. „Ich hätte mir das so nie vorstellen können. Aber immer nur zu sagen, wir sind die Guten und alle anderen sind böse, ist kein Programm.“

Empört zeigt sich Öllinger über die Vorgänge am Bundeskongress vergangenen Sonntag. Dabei meint er nicht nur das Scheitern von Pilz. Er erinnert an die Abwahl von Budgetsprecher Bruno Rossman und Kultursprecher Wolfgang Zinggl. Besonders missfallen haben Öllinger die Vorgänge bei der Listenerstellung in Oberösterreich. Dort wurde „die engagierte Gabi Moser zurückgereiht, und der fleißig­e Landwirtschaftssprecher Wolfgang Pirklhuber wurde bewusst abgewählt“, berichtet der langjährige Sozial­politiker der Grünen.

Ingrid Felipe, neue Bundessprecherin der Grünen, ärgert derweil die Debatte über Pilz. „Mir geht das ganz schön auf den Zeiger, wie jetzt auf den Grünen(...) herumgehackt wird. Ich hätte Peter Pilz gerne in unseren Reihen des Parlamentsklubs gehabt. Aber zuerst hat eine knappe Mehrheit unserer Delegierten dagegen entschieden, dass er seinen Wunschplatz auf der Liste bekommt, und Julian Schmids tolle Rede und seine Zielgruppen-Arbeit bei den Jungen honoriert“, erklärt Felipe auf Facebook.

Die formalen Kriterien für eine neue Liste sind in diesem Fall leicht zu erfüllen. Genügt doch die Unterschrift von nur drei Nationalratsabgeordneten (oder die Unterschrift von 2600 Bürgern).

Bis Ende August müsste die Liste bei der Wahlbehörde eingereicht werden.