Natur und Kultur: Iris Andraschek im Kunsthaus Wien

Wien (APA) - Das Kunsthaus Wien setzt seinen Fokus auf das Verhältnis von Kultur und Natur mit seiner aktuellen Schau „Sekundäre Wildnis“ fo...

Wien (APA) - Das Kunsthaus Wien setzt seinen Fokus auf das Verhältnis von Kultur und Natur mit seiner aktuellen Schau „Sekundäre Wildnis“ fort. Nach den Landschaftsfotografien des Kanadiers Edward Burtynsky stehen nun die Arbeiten von Iris Andraschek im Mittelpunkt. Auch die 54-Jährige setzt auf das Medium Fotografie sowie den Film, um sich Menschen zu widmen, die ihre alternativen Wege gehen.

Andraschek interessieren dabei jene Gegenüber, die ihr Leben ganz bewusst mit der Natur, der Landschaft, dem Garten verknüpfen. Teils jahrelang begleitet sie die Protagonisten ihrer Werke, die teils aus persönlichen, teils aus ideologischen Gründen aus der Leistungsgesellschaft ausgestiegen sind und ihre eigenen Varianten der Existenz leben. So würdigt Andraschek die markanten Gesichtszüge von Biolandwirten, Saatgutvermehrern oder dezidierten Aussteigern ebenso wie die abgehauenen Köpfe von Schafen.

Bei ihrem nun im Kunsthaus präsentierten Werkzyklus ist dabei nicht nur eine Auswahl aus dem seit den 1990ern entstandenen Archiv der Künstlerin zu sehen. Die gebürtige Niederösterreicherin hat für den Garten der Kunstinstitution auch eine eigene Installation erarbeitet. Dafür hat Andraschek Bauern und Bäuerinnen aus dem Wein- und Waldviertel gebeten, „pflanzliche Selbstporträts“ zu kreieren. Nun verbinden sich exotische Pflanzen und Gemüsesorten auf adaptierten Lastenanhängern zu einem Amalgam organischer Kunst. Ein hölzerner Bienenwagen dient daneben als Display.

Mit ihrer an klassischen Meistern geschulten Bildsprache, stellt Andraschek nicht die ländliche Idylle oder den Naturkitsch in den Mittelpunkt ihres Oeuvres. Eine naturalistische Darstellung der Natur bricht sie mit Techniken der Bildbearbeitung. Sie stellt vielmehr die Frage nach dem Umgang mit der Natur - und die Antworten changieren zwischen Utopien und konkreten Lebensmodellen.

(S E R V I C E - „Sekundäre Wildnis“ von Iris Andraschek in der Galerie und Garage des Kunsthaus Wien, Untere Weißgerberstraße 13, 1030 Wien, von 29. Juni bis 8. Oktober. Geöffnet täglich von 10 bis 18 Uhr. Dazu erscheint der Katalog „Iris Andraschek. Sekundäre Wildnis“, herausgegeben vom Kunsthaus Wien mit einem Vorwort von Bettina Leidl und Verena Kaspar-Eisert, 120 Seiten, 26 Euro. www.kunsthauswien.com; www.irisandraschek.com)