Der Hofrat Geiger ist bald Geschichte - Kriminalist geht in Pension

Wien (APA) - Den Hofrat Geiger kann man bald wirklich nur mehr im Fernsehen bestaunen. Im Bundeskriminalamt (BK) ist er mit Jahresende nicht...

Wien (APA) - Den Hofrat Geiger kann man bald wirklich nur mehr im Fernsehen bestaunen. Im Bundeskriminalamt (BK) ist er mit Jahresende nicht mehr zu finden. Der Spitzenkriminalist Ernst Geiger, Leiter der Abteilung Ermittlungen, Allgemeine und Organisierte Kriminalität, geht mit Jahresende in Pension. Entsprechende Medienberichte bestätigte das BK am Mittwoch.

Geiger war seit den frühen 80er-Jahren in die größten Fälle involviert gewesen. Unter anderem überführten die Wiener Kriminalermittler unter seiner Ägide den Prostituiertenmörder Jack Unterweger, fanden die aus dem Kunsthistorischen Museum gestohlene „Saliera“ und verfolgten die „Rammbockbande“.

Im Jahr 2006 kam seine Karriere jedoch kräftig ins Wanken: Geiger, der zunächst als aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge Peter Stiedls als Wiener Polizeipräsident galt, wurde vorgeworfen, einem befreundeten Betreiber einer Rotlicht-Sauna einen Razziatermin verraten zu haben. Ein Urteil wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses hatte die Suspendierung zur Folge, wurde jedoch vom Obersten Gerichtshof aufgehoben. Im zweiten Rechtsgang setzte es im März 2008 dann einen Freispruch. Im Mai bestätigte der OGH das Urteil und Geiger war voll rehabilitiert. Als Ursprung der Anschuldigungen gelten polizeiinterne Intrigen.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Polizeidienst war Geiger als Berater für den Magna-Konzern Frank Stronachs tätig. Er kehrte aber zur Polizei zurück und übernahm 2009 zunächst interimistisch die Leitung der Abteilung Ermittlungen, Allgemeine und Organisierte Kriminalität im BK. 2010 wurde er dann offiziell in die Funktion bestellt.