Frankfurter Börse
Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der DAX hat am Mittwoch erneut nachgegeben. Dabei passte sich der Leitindex den gesamten Tag über spiegelb...
Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der DAX hat am Mittwoch erneut nachgegeben. Dabei passte sich der Leitindex den gesamten Tag über spiegelbildlich dem Auf und Ab des Euro an, der letztlich wieder spürbar in Richtung 1,14 US-Dollar stieg. Ein stärkerer Euro erschwert Exporte außerhalb der Euroregion und drückt damit Aktien von Unternehmen, die einen Großteil ihrer Waren im Ausland absetzen.
Mit einem Abschlag von 0,19 Prozent auf 12.647,27 Punkte ging der DAX aus dem Handel. Damit erholte er sich im Tagesverlauf von anfänglich deutlicheren Verlusten. Der MDAX, in dem mittelgroße Unternehmen abgebildet sind, büßte 0,29 Prozent auf 24.824,96 Punkte ein. Für den TecDAX ging es um kräftigere 1,09 Prozent auf 2220,94 Zähler nach unten, womit der deutsche Technologiewerte-Index die Verluste der technologielastigen US-Börsen vom Vorabend nachvollzog.
Wie aus Notenbank-Kreisen bekannt wurde, sieht sich die Europäische Zentralbank (EZB) in Bezug auf die jüngsten Äußerungen ihres Präsidenten Mario Draghi missverstanden. Dessen Aussagen am Dienstag seien als ausgewogenes Statement gedacht gewesen, das einerseits das solide Wachstum im Euroraum und andererseits die Notwendigkeit einer weiteren geldpolitischen Unterstützung herausheben sollte, zitierte die Nachrichtenagentur Bloomberg mehrere mit der Sache vertraute Personen.
Draghis Bemerkungen hatten am Vortag für starken Auftrieb beim Euro gesorgt, da sie als Hinweis auf eine weniger lockere Geldpolitik verstanden worden waren. Auf den Bloomberg-Bericht reagierte der Euro dann - allerdings nur kurzzeitig - wieder mit deutlichen Verlusten. Bis zum Abend setzte die Gemeinschaftswährung ihren Anstieg letztlich jedoch fort.
Unter den Einzelwerten standen vor allem die Papiere der Lufthansa und der Commerzbank im Blick. Für die Fluggesellschaft gab es erneut positive Analystenkommentare. Die Aktie stieg als Favorit mit einem Plus von 3,57 Prozent erstmals wieder seit April 2014 über 20 Euro. Mit einem Plus von 63 Prozent seit Jahresbeginn löste sie die RWE-Aktie als Spitzenreiter im DAX ab.
Für die Anteilscheine der Commerzbank ging es um 3,21 Prozent nach oben. Neben den steigenden Erwartungen einer allmählichen Wende in der Geldpolitik der EZB, die auch die Aktien der Deutschen Bank mit plus 1,42 Prozent weiter Auftrieb gaben, stand der Digitalisierungs-Workshop der Commerzbank im Blick. Er stieß unter Analysten überwiegend auf positives Echo. Der Umbau des Geldhauses laufe insbesondere mit Blick auf die Kosten nach Plan, schrieb etwa der Experte Benjamin Goy von der Deutschen Bank.
Die RWE-Aktien weiteten dagegen ihre Verlustserie auf inzwischen acht Handelstage aus. Sie gingen als Schlusslicht mit minus 2,36 Prozent aus dem Tag und verloren seit ihrem Zweijahreshoch bei 20,33 Euro am 19. Juni nun insgesamt knapp 12 Prozent.
Die Aktien des Börsenneulings Vapiano fielen auf ihren Ausgabepreis von 23,00 Euro zurück. Am Vortag hatten die Papiere der Restaurantkette auf 24,00 Euro geschlossen.
~ ISIN DE0008469008 ~ APA540 2017-06-28/18:19